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Politik

Pressestimmen von Freitag, 28. Dezember 2007

Mordanschlag auf Benazir Bhutto

Der Mord an der pakistanischen Oppositionsführerin Bhutto beherrscht die Kommentarspalten der deutschen Tageszeitungen.

Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU ist der Ansicht:

"Mit Benazir Bhutto verlieren Pakistan und der Westen eine Hoffnungsträgerin. Auch wenn die langjährige Parteiführerin und zweimalige Ministerpräsidentin alles andere als eine 'lupenreine Demokratin' war, so galt sie doch zu Recht bei vielen als Politikerin, die bereit war, gegen den islamistischen Extremismus zu kämpfen. Aber genau diese Hoffnung machte sie nun zur Zielscheibe der Extremisten."

Die NÜRNBERGER ZEITUNG glaubt:

"Nach Bhuttos Tod haben Staatspräsident Musharraf und die Generäle jetzt einen guten Grund, die Zügel wieder fester anzuziehen. Der Traum von mehr Demokratie ist damit vorerst ebenso ausgeträumt wie der von einer friedlichen Zukunft Pakistans. Denn der Machtkampf mit den Islamisten wird nun weiter eskalieren: Nach Benazir Bhutto steht Musharraf als Steigbügelhalter der USA ganz oben auf ihrer Liste."

In den KIELER NACHRICHTEN heißt es:

"Der Mord an Benazir Bhutto hat alle Hoffnungen auf einen politischen Neuanfang in Pakistan zerschlagen. Die Opposition ist kopflos geworden, die Islamisten reiben sich die Hände. Die Atommacht Pakistan wird immer mehr zum Geisterzug. Einem hochexplosiven obendrein. Washington hat Musharraf bisher vor allem mit dem Argument gestützt, er sei ein Garant dafür, dass Pakistans Atomwaffen dann wenigstens nicht in die Hände von Extremisten fallen. Das könnte sich nun als Trugschluss erweisen."

Auch die FRANKFURTER NEUE PRESSE beleuchtet die Lage in Pakistan:

"Musharrafs Lavieren zwischen Diktatur, Demokratie und Islamismus ist der staatlichen Ordnung Pakistans nicht gut bekommen. Mit dem Mord an Bhutto ist der offene Bürgerkrieg wieder ein Stück näher gerückt. Dieser Gedanke wird noch ungemütlicher, wenn man bedenkt, dass das Land über die Atombombe verfügt. Werden fanatische Islamisten die Hand nach ihr ausstrecken?"

Der NORDKURIER aus Neubrandenburg stellt fest:

"Seit gestern gibt es nun für Pakistan einen Hoffnungsfunken weniger. Dabei muss allerdings dahingestellt bleiben, ob es Bhutto wirklich gelungen wäre, das Land hin zu einer funktionierenden Demokratie zu führen. Selbst ein Blick auf ihre bisherigen zwei Amtszeiten als Ministerpräsidentin kann darauf keine schlüssige Antwort geben. Klar jedoch ist: Bhuttos Gegner müssen sehr viel Angst vor der Vollblutpolitikerin gehabt haben."

Die BERLINER MORGENPOST meint jedenfalls:

"So tragisch ihr Tod ist - er könnte eine reinigende Wirkung auf Pakistan haben. Der brutale Mord wird unter den 165 Millionen Pakistanern die Gewissheit stärken, dass ihr Land immer weiter ins Chaos stürzen wird, wenn der Terror gewaltbereiter Islamisten nicht endlich gestoppt wird."