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Politik

Pressestimmen von Freitag, 21. September 2007

Euro-Höhenflug

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag erstmals die Marke von 1,40 Dollar übersprungen. Die Kommentatoren der deutschen Tagespresse nehmen den Höhenflug zum Anlass, ein Loblied auf die einstmals vielgeschmähte Gemeinschaftswährung anzustimmen.

So heißt es in der Ulmer SÜDWEST PRESSE:

'Fünf Jahre, nachdem Cent und Euro im deutschen Alltag einkehrten, ist die neue Währung schon zur Erfolgsstory geworden. An den Devisenbörsen gefragter und deshalb teurer denn je. Die Sorgen über den Verlust der angeblich so harten Mark waren unbegründet. Die Inflationsrate ist seit Jahren deutlich niedriger als zuletzt in DM-Zeiten. Der langjährige US-Notenbankchef Alan Greenspan glaubt, dass der Euro dem Dollar bald die Vormachtstellung als gefragteste weltweite Reservewährung abläuft. Eine stolze Karriere für den vermeintlichen 'Teuro'.'

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER sieht es so:

'Starke Währungen sind ein Vertrauensbeweis. Man traut dem Land, aus dem das Geld stammt, zu, dass seine Wirtschaft weiter wächst, Schulden pünktlich zurückgezahlt werden und es sich lohnt, dort zu investieren. Insofern können die Europäer mit Stolz auf die Entwicklung ihrer Währung in den vergangenen Jahren blicken. Der starke Euro ist ein Beweis dafür, dass Europa auf dem richtigen Kurs ist.'

In der STUTTGARTER ZEITUNG ist zu lesen:

'Die Wirtschaft im Euroraum wächst derzeit schneller als in den USA, und die Geldgeber aus dem Ausland sehen offenbar noch viele gute Gründe, ihre Mittel hier anzulegen. Deshalb ist der Eurokurs von 1,40 Dollar auch kein Alarmzeichen, sondern zunächst einmal eine Bestätigung für gute Arbeit. Aber wie immer, wenn es um Währungen und Wechselkurse geht, hat der Erfolg auch seinen Preis. Natürlich wird den Unternehmen, die ihre Waren vor allem in die Vereinigten Staaten verkaufen, das Leben durch einen starken Euro erschwert. Entweder sie müssen ihre Verkaufspreise im Dollarraum erhöhen und laufen dann Gefahr, dass sie Geschäfte verlieren, oder sie behalten die alten Preise bei und erzielen - nach der Umrechnung in Euro - weniger Gewinn.'

Die THÜRINGER ALLGEMEINE aus Erfurt gibt zu bedenken:

'In einer windelweichen Gemeinschaftswährung sahen die Euro-Kritiker einst die harte D-Mark untergehen. Inzwischen dreht sich die Sorge ins Gegenteil. Schon wird lamentiert, dass zu viel Stärke gegenüber dem Dollar die Exporte unverkäuflich macht. Doch mal langsam. Die durchstoßene Höchstmarke von 1,4 Dollar, die nun für einen Euro hingelegt werden müssen, ist kein echter Rekord. Die Deutsche Mark lag 1995 auf ihrem Höhenflug schon drüber. Sollte derzeit wirklich jemand Grund haben, sich über die Kursentwicklung zu beschweren, dann ist das der Konsument. Schließlich müssten ja die auf Dollarbasis eingeführten Produkte billiger werden.'

Das OBERMAIN-TAGBLATT aus Lichtenfels ruft die Konsumenten auf, die Gunst der Stunde zu nutzen:

'Sie mögen Karibik-Urlaub, amerikanische Autos oder Dollar-Anleihen? Dann könnte die Zeit gekommen sein zuzugreifen. Nicht überhastet, aber auch nicht zu spät. Der harte Euro macht US-Waren günstig wie nie. Vielleicht lohnt es sich, noch ein kleines Weilchen abzuwarten. Aber eben nicht zu lange. Denn der Euro, der dem Dollar jetzt jeden Tag die Muskeln zeigt, soll noch ein bisschen steigen, sagen uns die Experten. Die müssten es eigentlich wissen.'