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Politik

Pressestimmen von Freitag, 19. Oktober 2007

Mehr Förderung in der Schule

Nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz soll der Anteil der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss in den nächsten fünf Jahren „möglichst halbiert werden“. Derzeit verlassen knapp acht Prozent die Schule ohne Abschluss. Für das Abitur sollen zudem gemeinsame Standards gelten. - Ehrgeizige Ziel der Minister, die die Tagespresse zu Kommentaren herausfordern.

Zu der Schulabbrechern schreibt die HEILBRONNER STIMME:

„Deutschlands Hauptschulen haben schlechte Noten. Die Kultusminister haben jahrelang ihre Hausaufgaben nicht gemacht und jetzt gewissermaßen nachgesessen. Kern ihres Pakets sind individuelle Förderungen der Schüler, Sprachhilfen, Ausbau von Ganztagsangeboten und Berufspraktika. Damit sind die wichtigsten Forderungen der Pisa- Forscher erfüllt. Denn diese inhaltlichen Maßnahmen sorgen für mehr Durchlässigkeit des Bildungssystems, nicht bestimmte Schulformen an sich. Zu lange wurde über die Abschaffung der Hauptschule debattiert. Das Wiederholen des ideologischen Streits der 70er Jahre um das gegliederte Schulsystem hilft keinem jungen Menschen.“

Für die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder können die Beschlüsse der Kultusminister nur ein Anfang sein. Das Blatt schreibt:

„Potenzielle Abbrecher sollen schon in der Grundschule gefördert, Kinder mit ausländischem Hintergrund, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, in Intensivklassen zusammengefasst werden. Obgleich es sich dabei zunächst um Empfehlungen handelt - es ist immerhin ein Anfang. Allerdings fragt man sich, warum erst jetzt. Wird doch am deutschen Bildungswesen ebenfalls seit drei Jahrzehnten mit aufwändigen Studien und Projekten herumgedoktert - angesichts der Jahr für Jahr steigenden Zahl so genannter Risikoschüler allerdings mit zweifelhaftem Erfolg.“

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG geht auf die geplanten gemeinsamen Abitur-Standards ein:

„Es wäre zwar besser gewesen, wenn die Kultusminister die Standards für das Abitur früher und ohne politischen Druck beschlossen hätten. Aber auch so wird ihre Entscheidung für größere Vergleichbarkeit im deutschen Schulwesen sorgen und das Leistungsniveau insgesamt heben. Das gilt allerdings nur unter einer Voraussetzung: Die für Qualität zuständige Amtschefkommission darf nicht den Versuch unternehmen, sich in die Arbeit des Instituts für Qualitätssicherung im Bildungswesen einzumischen, um die Anforderungen zu senken. ... Sollte es nicht gelingen, das Anforderungsniveau der süddeutschen, mit Zentralabitur erfahrenen Länder als Messlatte anzulegen, wird es keine größere Vergleichbarkeit und auch den angestrebten Wettbewerb unter den Ländern nicht geben.“

Schließlich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG aus München, die noch viel Arbeit auf die Schulen zukommen sieht. Dort lesen wir:

„Nun fängt die Arbeit erst richtig an. Standards, die festlegen, was Schüler können sollten, müssen entwickelt werden und dann den Unterricht in allen Ländern prägen. Bis das Abitur von Kiel bis Konstanz wirklich gleichwertig ist, wie dies Hessens Ministerin Karin Wolff jetzt stolz verkündet, wird es noch dauern. Unterschiede in den Lehrplänen und Prüfungen bestehen erst einmal fort. Die Standards werden nur der erste Schritt sein, um mehr Gemeinsamkeiten im Schulsystem herzustellen.“