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Politik

Pressestimmen von Freitag, 14. September 2007

Automobilausstellung offiziell eröffnet

Im Mittelpunkt der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main stehen in diesem Jahr umweltfreundliche Modelle, aber auch PS-starke Luxusautos. Die offizielle Eröffnung durch Bundeskanzlerin Merkel war deshalb auch ein politischer Auftritt. Die Kommentare der Tagespresse werfen ein Schlaglicht auf die Probleme der Branche.

So notiert der NORDBAYERISCHE KURIER:

'Wenn die Klima-Kanzlerin zur IAA nach Frankfurt kommt, dann wird sie schon mal Auto-Kanzlerin und stellt sich vor die deutschen Fahrzeugbauer, die jeden siebten Arbeitsplatz im Land anbieten. Dies ist dringend nötig. Denn die grobklotzigen EU-Pläne zum Klimaschutz können zum erheblichen Wettbewerbsnachteil für die deutschen Autohersteller werden. Angela Merkel, die als Klimapolitikerin international einen guten Ruf genießt, hat bereits signalisiert, dass es eine abgestufte Kohlendioxid-Regelung geben soll. Alles andere wäre für die deutsche Autoindustrie verheerend.'

DER TAGESSPIEGEL aus Berlin konstatiert:

'Die Branche selbst scheint verstanden zu haben, dass die Zeit (und die Kunden) knapp werden, wenn sie nicht bald mehr saubere und preiswerte Autos baut. Es hilft wenig, wenn BMW seit sieben Jahren an effizient-dynamischen Motoren entwickelt. Gemerkt hat es niemand geschweige denn kaufen können. ... Im Schnitt sind unsere Autos neun Jahre alt, also Dreckschleudern. Und für viele zählt mehr, dass es flott nach vorne geht egal, was hinten rauskommt.'

Die Zeitung DIE WELT beleuchtet die Nachteile von Biosprit:

'Bundesregierung und Autoindustrie klopfen sich bei der Automobilausstellung auf die Schulter dafür, dass die Branche ihren Beitrag zur Verminderung des Treibhauseffektes leiste: auch durch einen steigenden Anteil von pflanzlich gewonnenem Sprit, der in die Autotanks gepumpt werden muss. Bis 2020 soll er auf ein Fünftel des Gesamtverbrauchs steigen, weil, so die Argumentation, Biosprit klimaneutral sei. … Biosprit, eine neue Boombranche also. Doch jeder Hektar, auf dem Raps, Mais, Soja und andere Pflanzen für den Autotank angebaut werden, ist verloren für die Nahrungsproduktion. … Und die Stickoxide, die beim hohen Düngereinsatz aus den Monokulturen in die Luft entweichen, gelten als weit gefährlichere Treibhausgase als das Kohlendioxid. Weltenrettung paradox.'

Die KIELER NACHRICHTEN sprechen von einem Spagat zwischen Protz und Öko. Das Blatt schreibt:

'Es wird viel vom Verbraucher abhängen, ob die Industrie diesen Spagat unfallfrei übersteht. Müsli-Autos wie der spartanisch anmutende und todlangweilige Drei-Liter-Lupo waren ein Flop. Die meisten Kunden, die bereit sind, für schadstoffarme Antriebstechnik tiefer in die Tasche zu greifen, erwarten auch Komfort, Sicherheit und ein ansprechendes Design. Klein, aber schick: Das könnte die Losung für die Zukunft sein. Wenn den deutschen Autobauern diese Kombination gelingt, müssen sie sich um künftige Umsätze nicht sorgen.'

Schließlich die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe:

'Wertvolle Zeit haben die hoch bezahlten Automobil-Manager in den vergangenen Jahren verschlafen, während sich die Japaner an die Spitze der Klima-Bewegung setzten. Es ist ein Déjà-vu: Als kurz zuvor die Franzosen den ersten Rußfilter ins Werk gesetzt hatten, meinten die deutschen Hersteller zunächst, auf die zukunftsweisende Technik verzichten zu können. Ein teurer Irrtum.'