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Politik

Pressestimmen von Freitag, 04. Januar 2008

Ölpreis auf Rekordhöhe

100, 150, 200 Dollar für ein Fass Öl: Wer bietet mehr? Kurz nachdem der Preis für ein Barrel Rohöl an der New Yorker Rohstoffbörse die Schwelle von 100 US-Dollar geknackt hat, stellt er einen neuen Rekord auf. Die Entwicklung, meint das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, ist erst ein Vorgeschmack auf künftige Preissprünge. Ein Thema, das auch die deutschen Leitartikler reizt.

Nach Ansicht der TAGESZEITUNG aus Berlin ist es nun soweit, es ist:

„Höchste Zeit, ein Wort in den Mund zu nehmen, das Ökonomen meiden wie der Teufel das Abendgebet: "Endlichkeit!". Der Ölpreis spiegelt auch und vor allem die Endlichkeit der Ressource wieder. Die Förderung kann eben nicht beliebig gesteigert werden, sie steht unmittelbar vor ihrem Höhepunkt (...) und sie wird nach 2010 zurückgehen. Die Welt ist auf dieses Ereignis nicht vorbereitet. Der Ölpreis wird dann auf 200 Dollar klettern - eine Zahl, die uns heute genauso undenkbar erscheint, wie es die 100 Dollar vor zwölf Monaten waren.“

DIE WELT weist darauf hin, dass alle Prognosen darauf gründeten, dass Angebot und Nachfrage im Lot blieben:

„Das aber ist ungewiss und hängt ab von so disparaten Faktoren wie Chávez’ Maulheldentum, Nigerias Stammeskämpfen, iranischer Atomrüstung, saudischer Stabilität oder auch vom Zustand von Pipelines, Terminals, Raffinerien und Tankerflotten, von Terrorgefahr, Piraterie und Versicherungsprämien, von Kälte und Wärme, von der Konjunktur Chinas, der Stabilität Russlands und der Finanzkrise der USA – um nur einige der Vektoren zu nennen. Mit dem Vorteil der Distanz werden spätere Historiker die Umbrüche, die der Ölpreis (...) ankündigt, besser begreifen, als es der gegenwärtigen, tagesbezogenen Analyse zugänglich ist.“

Einen Hauptschuldigen hat dagegen bereits die WESTDEUTSCHE ZEITUNG aus Düsseldorf ausgemacht:

"Bei den ersten Ölkrisen wollten die Araber den Westen mit Lieferboykotts abstrafen. Heute wollen sich Spekulanten, die mit ihren Hedge-Fonds und Wetten auf Währungen nicht mehr genug verdienen können, mit dem Schwarzen Gold eine goldene Nase verdienen. Hoffentlich fallen sie auf die Nase. Für die deutschen Verbraucher arbeitet derzeit der starke Euro und verhindert, dass die Benzin- und Heizölpreise in den Himmel steigen. Rekordpreise verführen die Ölmultis allerdings zum Versuch, stärker als notwendig an der Preisschraube zu drehen."

Einen Kurswechsel fordert die OSTSEE-ZEITUNG aus Rostock:

„Ungeachtet aller aktuellen Einflüsse steht fest: Weil der fossile Rohstoff-Vorrat an Öl (dito an Gas) endlich ist, wird auch künftig kein Ende der Preisspirale in Sicht kommen. Darauf müssen sich Volkswirtschaften wie Verbraucher einstellen. Sie müssen heute schon an morgen denken. Und da führt kein Weg vorbei an einer Energiewende. Was heißt: weg von fossilen Energien, hin zu erneuerbaren. Weg vom Energieverschwenden - hin zum Energiesparen.“