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Politik

Pressestimmen von Donnerstag, 08. April 2004

Korruptionsaffären / Krise bei DaimlerChrysler


Die Kommentatoren der deutschen Inlandspresse befassen sich vornehmlich mit den beiden Korruptionsaffären in Berlin und bei der Bundesbank sowie mit der turbulenten Hauptversammlung bei DaimlerChrysler.

Zum überraschenden Rücktritt des Berliner Senators und SPD-Vorsitzenden Peter Strieder im Rahmen des Finanzskandals um das Tempodrom schreibt NEUES DEUTSCHLAND:

"Es war gestern kein guter Tag für Rot-Rot in der Hauptstadt. Nein, die Koalition gerät nicht in Gefahr, auch wenn jeder Personalwechsel wenigstens zunächst mit einer Schwächung einhergeht. Und ohne Peter Strieder werden SPD und PDS sich schwerer tun. Nach der Sparqual in der ersten Regierungshalbzeit sollen in der zweiten zukunftsfähige politische Vorhaben angepackt werden. Nun muss die SPD erst einen personellen Neuanlauf nehmen."

DER TAGESSPIEGEL meint dazu:

"Die immer wieder gezielt versteckte, trickreiche Finanzierung des Tempodroms einerseits in Verbindung mit der spendablen Pflege der politischen Landschaft andererseits hat Berlin nicht nur viel Geld gekostet, sondern vor allem Respekt, Ansehen, Vertrauen. Der Mentalitätswechsel - runter vom Filz, raus aus dem Sumpf - ist die Voraussetzung, ja die Bedingung für die finanzielle Rettung der Stadt, die heute aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist. Er ist nicht vollzogen worden vom rot-roten Senat."

Und schließlich der BERLINER KURIER:

"So gern wäre Peter Strieder ein beliebter Politiker gewesen. Geklappt hat das irgendwie nie. Die Berliner mochten ihn nicht, selbst in der eigenen Partei gab es selten Applaus. Seine dubiose Rolle in der Bankenaffäre, der Umfrage-Absturz der SPD, das 'Tempodrama' ... Das Maß war einfach voll!"

Zum Fall Welteke und dem Verdacht der Vorteilsnahme schreibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:

"Die Causa Welteke ist in erster Linie ein persönliches Problem. Sie belegt keinen zunehmenden Verfall der Sitten. Sie belegt vielmehr die Unfähigkeit eines netten Mannes zu begreifen, dass die Maßstäbe strenger geworden sind und vordem geduldete Usancen heute auch einem Amtsträger nicht mehr nachgesehen werden, der mit Bonhomie und Offenheit die meisten in seiner Umgebung für sich eingenommen hat."

Und die OFFENBACH-POST kommentiert ganz allgemein:

"Ist es denn wirklich so, dass sie, je mächtiger sie sind, umso mehr das Gefühl und die Maßstäbe für Anstand und Moral verlieren? So stolzieren sie, gefüttert mit dicken Gehältern und üppigen Pensionszusagen, als wichtiger Mops durch die Gegend, lassen sich feiern und aushalten, sagen uns dann noch, dass wir gefälligst in Zeiten wie diesen den Gürtel ein paar Löcher enger zu schnallen hätten."

Zur Hauptversammlung bei DaimlerChrysler schreibt der NORDBAYERISCHE KURIER:

"Chrysler ein Sanierungsfall, Mitsubishi kurz vor der Pleite und selbst Mercedes, der starke Konzern-Kern, der den schwachen Töchtern bislang Stütze war, fuhr im 1. Quartal mit einem weltweiten Absatzminus von 5,5 Prozent rückwärts. So war es denn auch kein Wunder, dass Vorstandschef Jürgen Schrempp auf der Hauptversammlung kräftig abgewatscht wurde."

So siehte es auch das HANDELSBLATT:

"Die Anleger verlieren allmählich den Glauben an den Kurs von Schrempp... Immer weniger Aktionäre wollen sich nur auf bessere Zeiten vertrösten lassen."

Und die STUTTGARTER NACHRICHTEN schreiben:

"Die Zeit, die vielen Brandherde im Konzern zu bekämpfen, wird für Jürgen Schrempp immer knapper. 2004 ist ein Jahr des Übergangs. Doch dann müssen Ergebnisse folgen. Sonst könnte dem Daimler-Chef 2006 der endgültige Platzverweis drohen."
  • Datum 07.04.2004
  • Autorin/Autor Dagmar Ringhandt
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/4t3t
  • Datum 07.04.2004
  • Autorin/Autor Dagmar Ringhandt
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