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Politik

Pressestimmen von Dienstag, 25. März 2008

DOSB schließt Olympia-Boykott aus

Wäre ein Boykott der Olympischen Spiele eine geeignete Reaktion auf die blutigen Unruhen in Tibet? Diese Frage hat sich auch der Deutsche Olympische Sportbund gestellt und nun eine klare Antwort darauf gegeben: Deutschland wird die Spiele in Peking nicht boykottieren.

Eine richtige Entscheidung, meint jedenfalls der TRIERISCHE VOLKSFREUND:

"Die Olympischen Spiele sind das höchste Gut des internationalen Sports - und deswegen sind die eindeutigen Bekenntnisse des Deutschen Olympischen Sportbunds und des IOC gegen einen Boykott der Spiele von Peking ein richtiges Zeichen. Vielmehr müssen Politik und Diplomatie ihre eigenen Wege gehen, um das Problem Tibet zu lösen."

Der Berliner TAGESSPIEGEL stellt fest:

"Tibet ist ein Land, um das sich die Welt schon 1959 nicht groß gekümmert hat, als der Aufstand gegen die chinesische Besatzung brutal niedergeschlagen wurde. Es bedurfte der bevorstehenden Spiele, um den Blick nach Tibet zu lenken. Wenn IOC-Chef Rogge jetzt über die Agenda der Menschenrechte spricht und hofft, die Spiele mögen den Wandel beschleunigen, so zeigt das die Richtung an, die die Staatengemeinschaft und mit ihr die Sportverbände einschlagen müssen: Peking beim Wort der Olympischen Charta zu nehmen."

Der Kommentator der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG übt scharfe Kritik am Chef des Internationalen Olympischen Komitees:

"Indem er das IOC abermals als 'unpolitisch' darstellt, verschärft Jacques Rogge jenes Dilemma, das es für Athleten, Trainer und Betreuer schon immer gibt: Nach der olympischen Charta müssen sie bei politischen Äußerungen oder Aktionen mit dem Ausschluss von den Spielen rechnen. Der Deutsche Olympische Sportbund hat am Ostermontag in einer Zehn-Punkte-Entschließung seinen unbedingten Willen zur Teilnahme in Peking bekräftigt und sich zum 'Prinzip des mündigen Athleten' bekannt - mit dem Zusatz 'Im Rahmen der Regeln der olympischen Charta'. Solange das IOC klare Worte selbst scheut und solange Olympiateilnehmer dafür Repressionen zu fürchten haben, bleibt Rogges Satz von 'Spielen unter einem friedfertigen Geist' eine hohle Phrase."

Auch die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg ist mit der Haltung des IOC und des Deutschen Olympischen Sportbundes nicht einverstanden:

"Dass die Sportverbände China mit seiner Unterdrückungspolitik hinter verschlossenen Schlachthaustüren davonkommen lassen, überzeugt nicht. Nicht mehr, seit Peking klar gemacht hat, dass es Menschenrechte für reines Brimborium hält. Die Konsequenz, mit der China die Welt von den Ereignissen in Tibet ausschließt, hat allerdings zur Folge, dass sich der Protest andere Schauplätze sucht. Die Protestaktion pro-tibetischer Demonstranten im antiken Olympia muss die schlimmeren Bilder ersetzen, die es aus Lhasa nicht gibt. Aber auch dieser Zwischenfall schüttet Galle in den Propaganda-Tee scheinbar perfekter Spiele."