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Politik

Pressestimmen von Dienstag, 18. März 2008

Internationale Finanzkrise

Trotz der Zinssenkung der amerikanischen Zentralbank FED und der Übernahme der angeschlagenen Investmentbank Bear Stearns durch das Bankhaus J.P. Morgan Chase hat sich die internationale Finanzkrise verschärft. Diese Entwicklung ist auch ein zentrales Thema der Kommentare deutscher Tageszeitungen.

So schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG zur Politik der FED, die Krise mit Zinssenkungen zu bekämpfen:

"Das Scheitern dieser Politik trägt schon heute dazu bei, das Ansehen der wichtigsten Notenbank der Welt zu beschädigen. Die Lage der Banken hat sich nicht verbessert, während gleichzeitig die Inflationsgefahren zunehmen. Wie es weitergeht, lässt sich nicht vorhersagen. Im besten Fall wird es an den Finanzmärkten noch einige Monate hektisch zugehen, bevor sich die Lage beruhigt. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass sich die Krise noch einmal erheblich verschärft."

Der in Bayreuth erscheinende NORDBAYERISCHE KURIER meint dazu:

"Das Vertrauen in die Solidität der Finanzmärkte ist futsch und wird durch die hektischen Aktivitäten der Fed nicht zurückgeholt. Ganz im Gegenteil: Umfang und Schnelligkeit der Maßnahmen sind ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage ist. Jetzt frisst nicht mehr die Gier die Angst und schleudert die Kurse nach oben, sondern die Angst frisst die Vernunft. Banken igeln sich ein, entziehen dem Kreislauf des großen Geldes viele Milliarden. Das System droht heiß zu laufen, weil keiner dem anderen mehr traut."

Der SCHWARZWÄLER BOTE aus Oberndorf merkt an:

"Die Finanzkrise zeigt exemplarisch, was passiert, wenn wieder einmal die nackte Geldgier mit Spitzenkräften durchgeht, die es eigentlich besser wissen müssten: Das Vertrauen in Privatbanken hat inzwischen Risse bekommen, die Weltwirtschaft schlingert bedenklich. Wir brauchen ganz dringend eine Bankenaufsicht mit globalem Überblick der Finanzmärkte und ihrer Produkte. Ansonsten stehen Milliarden-Abschreibungen in Folge hochriskanter Geschäfte immer wieder ins Haus."

In die gleich Richtung argumentiert der MANNHEIMER MORGEN:

"Unsicherheit und Misstrauen aber sind Gift für Geldgeschäfte und für die Börse. Die Kreditkrise hat den Finanzmarkt im Griff, das stümperhafte Verhalten von Bankern und Managern befördert den ohnehin massiven Vertrauensverlust. Selbst Zinssenkungen und Milliarden helfen den Banken nicht aus der Patsche, können den beispiellosen Vertrauensbruch nicht kitten."

Und für die KÖLNISCHE RUNDSCHAU ist die Krise weder vorbei noch auf die USA beschränkt:

"Auch diesseits des Atlantiks weiß man: Europa und der Rest der nicht-amerikanischen Welt kann sich nicht abkoppeln. Auch hier werden wir uns wohl auf ein Einknicken der Konjunktur gefasst machen müssen. Noch halten sich die Unternehmen wacker. Aber die USA sind als Abnehmer zu wichtig, als dass nicht spätestens im Herbst auch bei uns die Wirtschaft langsamer laufen dürfte."