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Politik

Presseschau von Freitag, 27. Dezember

Weihnachtsaufrufe der Kirchen für Frieden/ Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr/Atomprogramm Nordkoreas

Breiten Raum nehmen an diesem Freitag in den Kommentar-Spalten der deutschen Tageszeitungen die Friedensaufrufe von Kirchenführern anläßlich des Weihnachtsfestes ein. Beachtung findet daneben der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und das Atomprogramms Nordkoreas.

Zunächst zu den Kirchen: Der SÜDKURIER aus Konstanz schreibt:

'Diese Weihnachtsbotschaften kirchlicher Würdenträger wird der Kanzler gerne gehört haben. Fast wortgleich wie Schröder appellierten Papst und Bischöfe in ihren Predigten an alle Verantwortlichen, einen Krieg gegen den Irak nicht als unvermeidlich zu betrachten. ... Den Kirchenmännern ging es mit Sicherheit ... nicht um die Unterstützung der Politik des Kanzlers. Sie haben lediglich zum richtigen Zeitpunkt und am geeigneten Ort die Stimme der Vernunft erhoben: Das Unrechtsregime in Bagdad mit anderen Mitteln als einem Krieg zu entwaffnen, müsse der Völkergemeinschaft bei etwas gutem Willen gelingen.'

Die STUTTGARTER NACHRICHTEN führen aus:

'Bisher kamen die Kriegsängste, die heute viele Menschen umtreiben, nur in Wahlkampfreden zur Sprache. Jetzt an Weihnachten wurden diese Befürchtungen zum ersten Mal angemessen artikuliert - ohne Partei zu ergreifen, aber mit einer klaren Botschaft: 'Den Frieden aufzurichten' und das 'unheilvolle Flackern eines Konfliktes auszulöschen, der mit dem Einsatz aller vermeidbar ist', wie es der Papst in seiner Weihnachtsbotschaft einprägsam formulierte.'

In der ' KÖLNISCHEN RUNDSCHAU heißt es:

'Beschwörend klangen in den Weihnachtspredigten die Aufrufe der geistlichen Führer der Christenheit. Sie fürchten zu Recht, dass einige politische Führer in Washington und London das gewachsene System internationaler Spielregeln für das Zusammenleben der Völker mit dem Argument vorsorglicher Gefahrenabwehr zu sprengen suchen.'

Skeptisch äußert sich der WESTFÄLISCHE ANZEIGER aus Hamm:

'Rührend die Friedenskundgebungen und -gebete, leider überholt die Appelle von Politikern und Kirchenführern. Die Wortwahl der US-Administration um Präsident Bush beweist, dass es längst nicht mehr um existente oder nicht existente Bedrohungs-Arsenale geht. UN-Kontrolleure sind allenfalls Statisten, denn die US-Regie denkt weiter: an die Zeit nach Saddam, dessen Sturz ein wichtiger Schritt sein soll für den Neuanfang im Nahen Osten.'

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kritisiert laute Aufschreie gegen einen Krieg, den es noch gar nicht gebe und fährt fort:

'Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer haben die Ablehnung eines Irak-Krieges durch weite Teile der Bevölkerung vor der Wahl aufgegriffen. Doch ging es ihnen um ihre Macht und nicht in erster Linie um die Vermeidung eines Krieges, schon gar nicht um die Verringerung der von Bagdad ausgehenden Gefahr.'

Themenwechsel. Mit Blick auf die sieben bei einem Hubschrauber- Absturz bei Kabul ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldaten schreibt die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle zum Afghanistan-Einsatz:

'Die Mission jenseits des Hindukusch ist ungenügend - aber alternativlos. Ziel sollte es sein, Kabul so zu zivilisieren, dass es als Vorbild ausstrahlt. ... Einem von Konflikten zerrissenen Land wie Afghanistan aufzuhelfen, ist ein Langzeitprojekt mit ungewissem Ausgang. Wer sich dieser Mühe unterzieht, muss es ganz tun. Oder er muss es lassen. Halbe Sachen helfen niemandem.'

Die SAARBRÜCKER ZEITUNG erläutert:

' Auch zum Jahreswechsel 2002/2003 bereitet Afghanistan dem Westen große Sorgen. Dabei geht es nicht nur um die Mahnung der sieben Opfer des Hubschrauber-Absturzes vom vergangenen Wochenende. Es geht vielmehr darum, dass die Friedensziele des Feldzugs vom Winter vor einem Jahr weitgehend nicht erreicht worden sind. Das Menschen verachtende Taliban-Regime wurde zwar gestürzt. ... Aber bei der Bekämpfung des Terrornetzwerks Al Qaida hat es keine zählbaren Erfolge gegeben.'

Abschließend ein Blick in die WETZLARER NEUE ZEITUNG. Das Blatt schreibt zu Nordkoreas Wiederaufnahme seines Atomprogramms:

'Besitzt (der nordkoreanische Machthaber) Kim bereits die Atombombe - und davon gehen westliche Geheimdienste offiziell aus -, sind auch die 34.000 im Süden Koreas stationierten US-Soldaten bedroht. Hinzu kommt, dass sich US-Präsident Bush eine zweite heiße Front neben dem Irak im Wortsinne nicht leisten kann. Beides führt dazu, dass die USA alle diplomatischen Hebel in Bewegung setzen, um Pjöngjang wieder zur Vernunft kommen zu lassen.'

  • Datum 26.12.2002
  • Autorin/Autor Michael Wehling
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  • Permalink http://p.dw.com/p/31sV
  • Datum 26.12.2002
  • Autorin/Autor Michael Wehling
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