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Deutschland

Presseschau: "Es lebe der Wahlkampf"

Die Kommentatoren im In- und Ausland sind sich in den Analysen der Landtagswahlen einig: Für die Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Wahlausgang ein Schuss vor den Bug. Der Wahlkampf dürfte jetzt erst richtig beginnen.

Themenbild Presseschau (Quelle: DW)

Auszüge aus Kommentaren in deutschen Zeitungen vom Montag (31.08.2009)

"Westdeutsche Zeitung"

"Der Wahlkampf ist tot, es lebe der Wahlkampf. Seit gestern ist das Duell der Langeweile passé. Bis zur Bundestagswahl am 27. September werden uns die Parteien stattdessen mit einem Lagerwahlkampf klassischer Prägung überziehen. Dabei setzt der gestrige Wahlabend vor allem die Union unter Druck. Im Saarland und in Thüringen jeweils zweistellige Verluste, und ein Ministerpräsident abgewählt - wahrscheinlich sogar zwei: Eine solche Schlappe übersteht keine Partei unbeschadet, auch wenn das persönliche Ansehen der Kanzlerin noch so groß sein mag."

"Mitteldeutsche Zeitung"

"Offenbar bedingt das FDP-Hoch ein ausgedehntes CDU-Tief. In Thüringen und im Saarland ist die Union so dramatisch eingebrochen, dass in der Berliner Parteizentrale die Sorgenfalten immer tiefer werden. Keine Frage: Für die CDU war der gestrige Sonntag eine einzige Pleite. Dass die Christdemokraten in Erfurt und Saarbrücken ihre absoluten Mehrheiten verlieren würden, war absehbar. Dass es aber am Ende nicht einmal dazu reicht, dort schwarz-gelbe Regierungen zu stellen, ist für die CDU verheerend."

"Mannheimer Morgen"

"Dieser Super-Wahlsonntag könnte neue Farbverbindungen kreieren, aus denen künftig in der Bunten Republik Deutschland Koalitionen gebildet werden. Die Blicke werden nun stark auf das Saarland gerichtet sein. Nachdem Oskar Lafontaine bewiesen hat, welcher Stimmenfänger immer noch in ihm steckt, kann das kleine Bundesland zum Versuchsgebiet für die erste rot-rot-grüne Koalition im Westen werden. Hier ließe sich, anders als bei Andrea Ypsilantis missglücktem Anlauf im wirtschaftlich und politisch bedeutenderen Hessen, sozusagen in einem Randgebiet eine Machtoption für die SPD testen, auf die sie bei der Bundestagswahl 2013 setzen könnte."

Financial Times London

"Angela Merkel, die deutsche Kanzlerin, erlitt vier Wochen vor den Bundestagswahlen einen herben Wahlrückschlag. Die Christlich Demokratische Union verlor am Sonntag ihre absolute Mehrheit in zwei der 16 Länder. Die Hauptgewinner waren die kleineren Parteien in Deutschlands zunehmend fragmentierter Parteienlandschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wähler zunehmend von der CDU und der SPD abwenden, die [...] seit dem Zweiten Weltkrieg einen dominanten Platz im politischen Leben Deutschland inne haben."

The Guardian

"Angela Merkels konservative Partei hat vor den bevorstehenden Bundestagswahlen im kommenden Monat einen enormen Rückschlag bei den Landtagswahlen erlitten, bei denen ihre Partei die Macht in zwei Bundesländern verlor. Auch wenn es als unwahrscheinlich gilt, dass Merkel ihre zweite Amtszeit als Kanzlerin nicht antreten kann – Merkel hofft, die Bundestagswahlen am 27. September zu gewinnen, in einer Koalition mit den Freien Demokraten. Die heutigen Wahlergebnisse aus drei Bundesländern, die von der CDU dominiert wurden, zeigten erstmals andere Allianzmöglichkeiten auf nationaler Ebene auf."

Le Monde

"Das ist eine Warnung für Angela Merkel: die Bundestagswahlen am 27. September scheinen angesichts der Wahlen in drei Ländern für die deutsche Bundeskanzlerin schwieriger zu werden als angenommen. Ihre Partei, die Christlich Demokratische Union (CDU), erlitt einen schweren Rückschlag im Saarland und in Thüringen – zwei Länder, in denen sie ihre absolute Mehrheit verlor." (mas/nem/rri/kas/dpa)

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