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Ostmitteleuropa

Pressefreiheit auf Tschechisch

Kritisches Polit-Magazin ist Regierungschef Zeman ein Dorn im Auge (Prag, den 13.11.2001 LIDOVE NOVINY, tschech.)

(Volltext) „Das politische Magazin RESPEKT ist ein ‚Abfalleimer des tschechischen Journalismus‘. So äußerte sich gestern (12.11.) der Ministerpräsident Zeman im Zusammenhang mit der Strafanzeige, die das Wochenblatt gegen ihn erstattet hat.

Müll-Vergleiche gehören zu den beliebtesten Bonmots des Regierungschefs. Allerdings ist er selbst in der RESPEKT-Affäre zu weit gegangen. Und wenn er dies nicht einsehen will, dann wäre er gut beraten, in dieser Sache lieber zu schweigen. Die Mächtigen in diesem Land prahlen gern vor Journalisten mit ihrem demokratischen Mandat. Sie sind aber voller Zorn, wenn die Medien nicht die mehrheitliche politische Meinung wie ein Papagei nachplappern. Zeman ist zwar der lauteste, aber bei Weiten nicht der einzige Anhänger der Theorie, dass Politiker eine übergeordnete Stellung den Journalisten gegenüber hätten.

Zemans Schlacht ist jedoch von vornherein verloren. Keiner der westlichen Politiker konnte einen Frontalangriff gegen einen Journalisten überstehen. Eine Schlacht mit ‚journalistischen Abfällen‘ kann trotzdem erfolgreich sein. In Weißrussland gelingt dies hervorragend und auch Russland ist auf gutem Wege dorthin. Es hat jedoch einen Haken: im Mülleimer enden dann nicht nur die ungehorsamen Journalisten, sondern mit ihnen auch die Demokratie selbst.“ (ykk

  • Datum 14.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1N06
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