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Afrika

Presse: "Mubarak soll wieder an die Macht"

Der Machtkampf in Ägypten ist in vollem Gange, Gegner und Unterstützer der Regierung Mursi bekämpfen sich seit Tagen in Kairo. Auch die ägyptischen Zeitungen zeigen sich in ihren Kommentatoren gespalten.

In dieser Woche demonstrierten Tausende Gegner des ägyptischen Präsidenten Mursi vor dem Präsidentenpalast "Al-Ittihadiya" im Kairoer Stadtteil Heliopolis. Zum Teil übernachteten sie in Zelten - "eine Szene, mit der niemand gerechnet hatte", wie die ägyptische Zeitung "El-Tahrir" schreibt: "Niemand hat das nur fünf Monate nach der Präsidentschaftswahl erwartet. Und Mursi? Versteckt sich hinter einem Stacheldrahtzaun. Die Parolen der Demonstranten richten sich nicht nur an den 'ersten gewählten Diktator Ägyptens', sondern auch gegen die Herrschaft des geistlichen Führers der Muslimbrüder und gegen eine Rückkehr der Herrschaftspolitik der geschlossenen Räume. Die Revolution hat eben begonnen."

Demonstranten in Ägypten (Foto: AFP)

"Was bringt es, wenn sich alle bedroht fühlen?"

Die Islamisten-Zeitung "Al-Mesryoon" bezeichnet die Demonstrationen der Muslimbrüder als "Gegenangriff des Volkes": "Die Mehrheit muss sich bewegen. Die Kosten dieser Bewegung auf der Straße und den Plätzen sind sehr gering, ihre Ergebnisse aber sind entscheidend. Die Volksmehrheit der islamischen Strömung muss sich täglich auf den Straßen zeigen, vor allem in den entscheidenden nächsten Tagen bis zum Termin des Verfassungsreferendums."

"Diese Politik des Muskel-Zeigens der Muslimbrüder schadet dem Präsidenten", schreibt die Zeitung "Al-Masry Al-Youm": "Die Androhung, die Gegner zu zerquetschen, heizt unnötig Feuer an. Die Drohungen gegen die koptischen Christen sind ein Verbrechen, die Androhungen einer Justiz- und Pressesäuberung katastrophal. Rache an allen hilft nicht dabei, ein korrektes Staatssystem aufzubauen. Was bringt es, wenn sich alle bedroht fühlen? Und der Versuch, die gewaltfreien Sitzdemonstrationen vor dem Präsidentenpalast mit Gewalt zu beenden, bedeuten den Beginn eines Regimesturzes."

Die Zeitung "Al Yom Alsabe" vermutet die sogenannten "Folul" - die verbliebenen Anhänger des Regimes Mubarak - hinter den Angriffen: "Sie kamen mit ihren Waffen und stürmten brutal auf die Anhänger Mursis zu. Sie steckten die Quartiere der Muslimbrüder in Brand. Die Polizei begrüßte die Angreifer nur mit Siegeszeichen. Das übermittelte den Angreifern nur die Botschaft, ihren Angriff fortzuführen. Sie wollen Mursi und seine Anhänger loswerden und Mubaraks Regime wieder an die Macht bringen."

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