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Kultur

Premiere des Musicals "Schwejk it easy"

Konstantin Wecker komponierte ein Pop-Musical: "Schwejk it easy" hatte am 19. Mai im Berliner Theater des Westens Premiere.

Was für ein Hundeleben muss der böhmische Hundehändler Josef Schwejk führen. Er wird verhaftet, in die Irrenanstalt gesteckt und für "amtlich blöd" erklärt. Die Figur des braven Soldaten Schwejk hat es dem Pop-Barden Konstantin Wecker angetan. Nach der Idee des Schelmenromans von Jaroslav Hasek aus dem Jahre 1921 komponierte er ein Pop-Musical. "Schwejk it easy" hatte am 19. Mai im Berliner Theater des Westens Premiere.

"Sei ein Schwejk in deinem Herzen, stell dich blöder, als du bist". Das Herz des liebenswerten Schwejk gehört den Anarchisten, Querulanten und Gestrauchelten. Schwejk ist die Verkörperung der Prager Volksseele. Mit Mutterwitz macht er das Beamtentum lächerlich und stellt sich dem Militärgehorsam der K.U.K.-Monarchie entgegen. Hinter der Tarnkappe des Idioten spricht der böhmische Schelm dem Volk aus der Seele. Was hat der alte Revoluzzer Wecker mit dem böhmischen Schlitzohr gemeinsam? "Schwejk und ich sind manchmal gleich", gibt Wecker zu. "Wie der Schwejk zivilen Ungehorsam leistet, ist vorbildlich."

Wer Prager Wirtsstubengemütlichkeit auf der Bühne des Musical-Theaters erwartet, wird enttäuscht. Pop-Songs donnern über die Bretter, ein Potpourri aus alten und neuen Wecker-Melodien spannt einen Stimmungsbogen. Dazu schwingen die schrillen Krankenschwestern der Irrenanstalt in ihrer ganz und gar nicht züchtigen Dienstkleidung die langen Beine. Da kommt selbst ein braver Soldat in Versuchung.

Richtig romantisch wird es allerdings erst, wenn der Schwejk mehr oder minder unbeholfen seiner Aninka seine Liebe gesteht - eine Liebe, die nicht von dieser Welt ist. Klassiker des Liedermachers Wecker wie "Was ich an dir mag" und "Was für ein Gefühl" erinnern an alte Zeiten. Doch Wecker macht auf Tempo, keine Zeit für Gefühlsduselei.