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Afrika

Premier Nzapayéké: "Ein Beweis für die Verpflichtung zur Hilfe"

Die Vereinten Nationen wollen rund 12.000 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik entsenden. Im DW-Interview begrüßt der Premierminister des Landes, André Nzapayéké, diese Entscheidung.

DW: Herr Nzapayéké, in dieser Woche hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig die Entsendung von knapp 12.000 Blauhelmen in die Zentralafrikanische Republik beschlossen. Mitte September sollen sie ihren Einsatz aufnehmen. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

André Nzapayéké: Die Resolution wurde einstimmig angenommen - das ist eine gute Nachricht und beweist, dass sich die internationale Gemeinschaft als Ganzes verpflichtet fühlt, eine dauerhafte Lösung des Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik zu finden. Wir sind hocherfreut zu sehen, dass der Wille seitens der internationalen Gemeinschaft da ist, uns zu helfen.

Die Regierung des Tschad hat kürzlich beschlossen, ihre 850 Soldaten, die als Teil der Mission der Afrikanischen Union in der Zentralafrikanischen Republik (MISCA) für Sicherheit sorgen sollen, abzuziehen. Ist die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates nun eine Art Trostpflaster für Sie?

So kann man das nicht nennen, es handelt sich schließlich nicht um eine übereilte Entscheidung der UN. Sie war gut vorbereitet, alle Beteiligten haben sich die Schritte genau überlegt. Es hat viel Austausch stattgefunden, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist am vergangenen Wochenende extra nach Bangui gereist. Dieses Votum war von allen, die ihm zugestimmt haben, wohl überlegt. Deshalb sind wir zuversichtlich. Es handelt sich um eine ernsthafte Verpflichtung, nicht um ein Trostpflaster.

Die Resolution wurde verabschiedet, nun müssen die Truppen mobilisiert werden.

Ban Ki Moon hat uns während seines Besuchs in Bangui versprochen, er werde alles tun, damit die 12.000 Soldaten möglichst schnell entsandt werden. Es war schon lange geplant, die Arbeit der Mission der Afrikanischen Union in der Zentralafrikanischen Republik zu evaluieren und über ihre Weiterentwicklung zu einer UN-Mission nachzudenken. Das geschieht nun und wir sind sehr froh darüber. So können wir mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen und mit mehr Mitteln für die Organisation der geplanten nationalen Wahlen rechnen.

Der Vertreter der Zentralafrikanischen Republik hat im UN-Sicherheitsrat dafür plädiert, das Kommando der UN-Mission einem Afrikaner anzuvertrauen. Ist das nicht eher nebensächlich?

Es ist ein Detail, aber es ist ein wichtiges Detail. Es wäre eine Botschaft der Ermutigung an Afrika. Um zu zeigen, dass Afrika sein eigenes Schicksal selbst in die Hand nimmt und selbst über seine Zukunft entscheidet und über den Weg, den es einzuschlagen gilt. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass die afrikanischen Länder der Region und die Afrikanische Union uns vor der UN-Resolution bereits lange unterstützt haben. Deshalb wäre es nur gerecht, dass diese UN-Mission von einem Afrikaner geführt wird.

André Nzapayéké ist seit Januar 2014 Premierminister der nationalen Übergangsregierung der Zentralafrikanischen Republik. 2015 soll in dem Land, das seit rund einem Jahr von blutiger Gewalt beherrscht wird, gewählt werden.

Das Interview führte Kossivi Tiassou.

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