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Wirtschaft

Preise steigen nur moderat

Was die Verbraucher freut, betrachtet die Politik eher mit Sorge: Die Inflationsrate in Deutschland ist relativ niedrig. 2014 betrug sie 0,9 Prozent - die EZB strebt knapp zwei Prozent an.

Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Jahr nur um 0,9 Prozent gestiegen. Dies sei vor allem auf die fallenden Energiepreise zurückzuführen, erklärte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag und bestätigte damit vorläufige Berechnungen von Anfang Januar. Eine geringere Teuerungsrate hatte es zuletzt im Jahr 2009 mit 0,3 Prozent gegeben. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise nur um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilten die Statistiker mit.

Preise für Heizöl und Benzin erreichen neue Tiefstände

Ölpreise sind kräftig gefallen

Energiepreise drücken Inflation

Ohne die Berücksichtigung der Energiepreisentwicklung hätte die Inflationsrate für 2014 bei 1,3 Prozent gelegen. Durch den fallenden Preis für Rohöl habe sich Energie um 2,1 Prozent verbilligt, so die Statistiker. Am stärksten gingen demnach die Preise für Heizöl zurück, sie fielen um 7,8 Prozent. Die Spritpreise gingen um 4,4 Prozent zurück.

Der Ölpreis fällt seit dem Sommer. Heizöl, Diesel und Benzin sind in den vergangenen Monaten immer billiger geworden. Gleichzeitig änderten sich die Preise für andere Energieprodukte wie Gas und Strom nur moderat.

Essen wurde teurer

Nahrungsmittelpreise insgesamt erhöhten sich 2014 um 1,0 Prozent gegenüber 2013. Spürbar teurer waren Molkereiprodukte (+ 7,9 Prozent). Preiserhöhungen gab es auch bei Fisch und Fischwaren (+ 1,9 Prozent)), Süßwaren (+ 1,7 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+ 1,3 Prozent). Günstiger wurde vor allem Gemüse (− 3,4 Prozent).

Kampf gegen mögliche Deflation

Symbolbild Euro Kursverluste

Inflationsrate in Deutschland liegt unter dem angepeilten Ziel der EZB

Was die Verbraucher freut, sorgt die Europäische Zentralbank (EZB): Sie strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an. Die Wirtschaftsweisen rechnen für 2015 mit 1,3 Prozent.

Da sich die Talfahrt an den Ölmärkten zuletzt beschleunigt hat, könnte die Teuerung künftig noch niedriger ausfallen. Die EZB gerät dadurch immer stärker unter Zugzwang, mehr Geld ins Finanzsystem zu pumpen und sich damit gegen einen konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front zu wappnen. Die Hüter des Euro wollen mit aller Macht eine Deflation vermeiden, der die Wirtschaft lähmen könnte, da Umsatz- und Gewinnrückgänge die Folge sein dürften.

Die Währungshüter haben den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt und den Kauf von Hypothekenpapieren und Pfandbriefen beschlossen. Falls sie nun auch Staatsanleihen in großem Stil kaufen sollten, könnten sie mit einer solchen Geldschwemme die Inflation künstlich anheizen und zugleich die maue Konjunktur ankurbeln.

iw/wen (dpa, afp, rtrd)

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