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Wirtschaft

Preise stehen fast still

Der Preisverfall in der Euro-Zone ist fast zum Stillstand gekommen. Dies weckt erneut Ängste vor einer Deflation, bei der Preise, Investitionen und Arbeitsplätze in eine Abwärtsspirale geraten könnten.

Waren und Dienstleistungen verbilligten sich im März nur noch um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Dafür sorgte vor allem der Preis für Rohöl, das nicht mehr ganz so günstig zu haben war wie in den Vormonaten. Zu Jahresbeginn waren die Verbraucherpreise noch um 0,6 Prozent und im Februar um 0,3 Prozent gefallen.

Dies schürte Sorgen vor einer Deflation - einem für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front - und rief die Europäische Zentralbank auf den Plan. Die EZB kauft seit März Staatsanleihen in großem Stil, um mit der Geldflut die Nachfrage anzukurbeln und so eine deflationäre Abwärtsspirale zu verhindern.

Unterschiedliches Tempo

In den einzelnen Euro-Ländern entwickeln sich die Preise sehr unterschiedlich. Österreich wies mit 0,9 Prozent die höchste Teuerungsrate aus, in Deutschland lag der nach einheitlichen europäischen Standards berechnete Wert bei 0,1 Prozent. Dagegen sanken die Kosten für die Lebenshaltung in den beiden Krisenstaaten Griechenland mit 1,9 Prozent und Zypern mit 1,4 Prozent am stärksten - was auch damit zusammen hängt, dass diese Länder durch Sparmaßnahmen versuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erlangen.

Die Europäische Zentralbank rechnet damit, dass die Preise im Jahresschnitt 2015 stagnieren und 2016 um durchschnittlich 1,5 Prozent steigen werden. Erst 2017 soll die Inflationsrate mit 1,8 Prozent wieder im angestrebten Zielbereich liegen: Die EZB spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

wen/zdh (dpa,rtr)