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Politik

Preis gegen das Unrecht

Einmal im Jahr werden clevere Lösungen gegen Unrecht, Armut und Umweltverschmutzung belohnt - mit dem Alternativen Nobelpreis. Diesmal geht er an Preisträger aus Sri Lanka, Kanada, Bangladesch und Kenia.

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Erfinder und Stifter des Alternativen Nobelpreises: Jakob von Uexküll

Für ihren Einsatz zur "Überbrückung kultureller und religiöser Gräben" ist die kenianische Friedensaktivistin Dekha Ibrahim Abdi mit dem Preis ausgezeichnet worden: Sie habe gezeigt, wie Krieg und Terror durch Friedensbildung überwunden werden können, sagte der Preisstifter Jakob von Uexküll am Dienstag in Stockholm.

Der 80-jährige Jurist Christopher Weeramantry aus Sri Lanka erhält den mit insgesamt zwei Millionen Kronen (220.000 Euro) dotierten Right Livelihood Award (Preis für richtiges Leben) für seine "lebenslange, bahnbrechende Arbeit für die Stärkung und Ausweitung des Völkerrechts". Weeramantry wurde international bekannt, als er vor elf Jahren als Vizepräsident des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag dafür stimmte, Atomwaffen als Mittel zur Selbstverteidigung zu ächten – gegen die Mehrheit seiner Kollegen.

Beharrlicher Kampf gegen Genmais-Konzern

Das kanadische Ehepaar Percy und Louise Schmeiser (beide 1931 geboren) wurde für seinen jahrzehntelangen Kampf gegen den Agrar-Konzern Monsanto aus den USA ausgezeichnet. Monsanto verklagte die beiden Landwirte wegen angeblich illegaler Anwendung seines gentechnisch modifizierten Saatgutes. Das Ehepaar konnte jedoch nachweisen, dass das Mais-Saatgut des Konzerns, das sie ohnehin nie haben wollten, ohne deren eigenen Einsatz auf die Felder gelangt war. In der Begründung für die Vergabe erklärt die Jury, das Paar werde "für seinen Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt ausgezeichnet". Außerdem habe es die "derzeitig ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechtes in Frage gestellt".

Schließlich erhält das Non-Profit-Unternehmen Grameen Shaktiaus einen Preis für die Förderung der Solarenergie in Bangladesh. Das Unternehmen hat für die Installation von mehr als 100.000 preisgünstigen und zuverlässig funktionierenden Solaranlagen in armen dörflichen Gebieten in Bangladesh gesorgt. Grameen Shakti ist ein Tochterunternehmen der Grameen Bank, die Mikrokredite vergibt. Die Bank hatte zusammen mit ihrem Gründer Mohammed Yunus im vergangenen Jahr in Oslo den Friedensnobelpreis für ihr System von Kleinstkrediten an arme Menschen in Bangladesch erhalten.

Gesponsert durch Briefmarkensammlung

Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 vom deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll gestiftet. Das Geld dafür hat Uexküll aus dem Verkauf seiner wertvollen Briefmarkensammlung. Die Preise sollen Leistungen beim Kampf gegen soziale Ungleichheit, Umweltzerstörung und Bedrohungen des Friedens belohnen und werden am 7. Dezember im schwedischen Parlament feierlich verliehen. Ursprünglich sollen sie Personen und Initiativen ehren, die bei der Vergabe der Nobelpreise nicht beachtet werden. Allerdings haben sich die Vergabekriterien beider Preise in den vergangenen Jahren angenähert. Ab Anfang nächster Woche werden in Stockholm und Oslo auch die traditionellen Nobelpreise vergeben. (mg)

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