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Kultur

Preis für Welt-Verbesserer hat Geburtstag

Der Alternative Nobelpreis: Seit 25 Jahren gibt es diesen Preis, der die auszeichnet, die für eine bessere Welt kämpfen. Zum Geburtstag treffen sich 75 Preisträger in Salzburg.

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Stiftete vor 25 Jahren den Alternativen Nobelpreis: Jakob von Uexküll

Die Preisträger waren so vielfältig wie ihre Anliegen: Vom israelischen Atom-Spion Mordechai Vanunu über die deutsche Grünen-Mitbegründerin Petra Kelly bis hin zum nigerianischen Schriftsteller Ken Saro-Wiwa, der gegen die Ausbeutung seines Heimatlandes durch internationale Ölkonzerne kämpfte. Seit 25 Jahren ehrt der "Right Livelihood Award" - kurz meist Alternativer Nobelpreis genannt - Menschen, die Lösungen suchen für die "großen Herausforderungen der Menschheit" wie Preisstifter Jakob von Uexküll sagt.

Die Alternative hat sich etabliert

Mehr als 100 Personen sind in den vergangenen 25 Jahren mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet worden. 75 von ihnen werden sich von Mittwoch an (8. Juni 2005) in Salzburg zur offiziellen Jubiläumskonferenz treffen.

"Die Ideen der Preisträger haben sich alle als praktikabel erwiesen", erklärt Ole von Uexküll, Neffe des Stiftungsgründers. Allerdings würden nach wie vor nur wenige von ihnen umgesetzt. "Die Preisträger werden in Salzburg über die Gründe für diese Blockade diskutieren und darüber, wie man sie überwinden kann", so Uexküll. Außerdem seien zahlreiche öffentliche Veranstaltungen geplant, um das Wissen der Preisträger zu verbreiten.

Wangari Maathai

Wangari Maathai: erst der Alternative, dann der "normale" Nobelpreis

Seit der ersten Preisvergabe 1980 in einer gemieteten Halle hat sich der "Right Livelihood Award" zu einem beachteten Pendant zu den "echten" Nobelpreisen entwickelt. Er wird jedes Jahr kurz vor der "richtigen" Nobel-Zeremonie im schwedischen Parlament verliehen.

Manchmal war der Alternative Nobelpreis sogar wegweisend gegenüber seinem konventionellen Gegenstück: Als die Kenianerin Wangari Maathai im vergangenen Jahr 2004 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte sie bereits 20 Jahre zuvor den Alternativen Nobelpreis bekommen.

Warum mit lösbaren Problemen leben?

Am Anfang dieser Erfolgsgeschichte stand eine Briefmarkensammlung: Der Philatelist Jakob von Uexküll, Enkel des gleichnamigen Biologen, verkaufte seine wertvollen Postwertzeichen und nutzte den Erlös von einer Million Dollar als Startkapital für seine "Right Livelihood Award Stiftung". Armut und Menschenrechtsverletzungen, die Uexküll auf seinen Reisen rund um die Welt gesehen hatte, bewegten ihn zum Handeln.

"Ich habe mich immer gewundert, warum wir mit Problemen leben, die wir eigentlich lösen können", sagt er. Das Problem sei, dass viele Lösungsvorschläge nicht ernst genommen würden. Er habe sich gefragt: "Wie wird man ernst genommen?" Die Antwort des in Schweden aufgewachsenen Deutsch-Schweden: "Wenn man einen Nobelpreis bekommt." Daher schlug Uexküll zunächst der Nobelstiftung vor, neue Preise für Ökologie und menschliche Entwicklung einzuführen. Sein Angebot finanzieller Unterstützung lehnte die Nobelstiftung dankend ab - es gebe schon genügend Nobelpreise. Uexkülls Reaktion: "Dann versuche ich es halt selbst."

Preis verschafft Rückenwind

Mittlerweile beträgt das Preisgeld gut 200.000 Euro jährlich geteilt durch drei Preisträger, hinzu kommt ein Ehrenpreis. Doch das Wichtigste ist nicht das Preisgeld. "Der Preis gibt vor allem auch ideelle Unterstützung", sagt der Deutsche Hermann Scheer, der 1999 für seinen Einsatz für erneuerbare Energien ausgezeichnet wurde. Häufig erzeuge der Alternative Nobelpreis den nötigen "Rückenwind", der für das Engagement einer Person oder Gruppe bisher gefehlt habe. Heute, in einer Welt, in der Arm und Reich weit auseinanderklaffen, Menschenrechte missachtet werden und sich fast alles um wirtschaftliche Erfolge drehe, sei der Preis wichtiger denn je, so Scheer: "Wir brauchen mehr Menschen, die nicht nur warnen, sondern auch Alternativen aufzeigen und sie vorleben."

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  • Datum 08.06.2005
  • Autorin/Autor Christiane Wolters
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  • Permalink http://p.dw.com/p/6kAV
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