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Aktuell Kultur

Preis für Lebenswerk an Armin Mueller-Stahl

Auf dem Filmfestival in Locarno bekommt Armin Mueller-Stahl den Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen und wird mit anhaltendem Applaus gefeiert. Zugleich kündigt er an, mit der Schauspielerei aufzuhören.

Sichtlich bewegt von dem Ehren-Leoparden, der seit 2011 in Locarno verliehen wird, bedankte sich der 83-jährige Schauspieler mit einem selbst verfassten Gedicht. Die berühmte Piazza Grande war bis auf den letzten Platz besetzt. Mueller-Stahls Dank galt ausdrücklich den großen Regisseuren, die ihm die Freiheit gelassen hätten, seine Rollen nach seiner Vorstellung zu spielen.

1992 bekam Mueller-Stahl auf der Berlinale für "Utz", gedreht mit dem niederländischen Regisseur George Sluizer, den Silbernen Bären als bester Schauspieler. 1997 erhielt er für seine Schauspielkunst in dem Hollywood-Film "Shine" (Regie: Scott Hicks) eine Oscar-Nominierung.

Zusammenarbeit mit großen internationalen Regisseuren

Unter den Regisseuren, mit denen der Charakterdarsteller gearbeitet hat, sind große, international bekannte Namen: Costa Gavras ("Music Box"), Steven Soderberg ("Kafka") und David Cronenberg ("Tödliche Versprechen"). Neben Actionfilmen, Thrillern und kommerziellen Hollywood-Produktionen drehte Mueller-Stahl auch immer wieder mit unabhängigen Regisseuren wie Jim Jarmusch.

Nach seinem Weggang aus der DDR, wo er als Musiker und Schauspieler sehr populär war, wurde er im Westen vor allem durch seine Rollen in Filmen des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder bekannt. In Locarno werden als Beispiele für das Schaffen Mueller-Stahls unter anderem der Fassbinder-Film "Lola", der Hollywoodfilm "Shine" und der poetische Kinofilm "Utz" gezeigt.

Ende der Schauspielkarriere angekündigt

Nachdem sich Mueller-Stahl in den letzten Jahren schon weitestgehend aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, kündigte er im DW-Gespräch an, seine Schauspielkarriere jetzt endgültig zu beenden: "Das ist irgendwie auch abgeschlossen für mich, die Schauspielerei. Ich habe 25 Jahre Theater gespielt. Ich habe 120 Filme gemacht, das hat mir heute irgendjemand gesagt, der hat die anscheinend gezählt. Das ist doch wirklich ein sattes Schauspielerleben."

Er wolle sich verstärkt der Malerei widmen - drei Ausstellungen stünden in Kürze an. Mueller-Stahl dazu: "Malerei ist der einzige Moment, wo ich heute wirklich fliege. Dann setze ich mich vor die Leinwand und gestalte etwas. Und das gibt mir die größte Art von Zufriedenheit."

hm/pj (dw)