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Aktuell Europa

Preis für Kämpferin für Menschenrechte

Die in Weißrussland unter Hausarrest stehende Journalistin Irina Chalip ist mit dem Hermann-Kesten-Preis des PEN-Zentrums Deutschland ausgezeichnet worden.

Der Präsident der Schriftsteller-Vereinigung, Johano Strasser, sagte bei der Veranstaltung in Darmstadt, der mit 10.000 Euro dotierte Preis gehe an eine "mutige Kämpferin für die Menschenrechte". Die Auszeichnung für Chalip sei "ein Signal an die demokratische Opposition in Weißrussland, dass sie nicht vergessen ist, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die ihre Werte teilen und ihren Kampf unterstützen", erklärte der PEN-Präsident.

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Hermann-Kesten-Preis 2012 geht an Irina Chalip

Die 44-Jährige konnte den Preis wegen ihres Hausarrestes nicht selbst entgegennehmen. In einer schriftlichen Botschaft kritisierte Chalip die Unterdrückung in Weißrussland durch Langzeit-Präsident Alexander Lukaschenko. "In meinem Land ist eine Lüge zur staatlichen Ideologie geworden. Und eine Lüge hasst Freiheit und bekämpft sie mit allen Mitteln."

Chalip, die für die russische Zeitung "Nowaja Gazeta" aus Weißrussland berichtete, war im Dezember 2010 in Minsk bei einer Demonstration gegen die Fälschung der Präsidentenwahl durch Lukaschenko festgenommen und anschließend zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie muss die Haftstrafe antreten, wenn ihr Sohn in zwei Jahren schulpflichtig wird.

Auch Chalips Ehemann Andrej Sannikow war damals bei der Demonstration verhaftet worden. Er war einer der Kandidaten der weißrussischen Opposition, die bei der Präsidentenwahl gegen Lukaschenko angetreten waren. Gegen den Machthaber, der im Westen als "letzter Diktator Europas" bezeichnet wird, hatten sie natürlich keine Chance. Der zu fünf Jahren Haft verurteilte Sannikow war im Frühjahr begnadigt worden und hat in Großbritannien politisches Asyl erhalten.

Der Hermann-Kesten-Preis wird seit 1994 jährlich zum sogenannten "Writers-in-Prison-Day" (Aktionstag für inhaftierte Schriftsteller) am 15. November vergeben. Der Preis erinnert an den deutschen Schriftsteller und ehemaligen PEN-Präsidenten Hermann Kesten (1900-1996), der wegen seines jüdischen Glaubens und seiner politischen Gesinnung von den Nationalsozialisten vertrieben wurde und sich später von den USA aus für zahlreiche verfolgte Künstler einsetzte.

wl/pg (epd, dpa)

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