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Wirtschaft

Preis-Explosion in Euro-Ländern

Mit einer Jahresteuerungsrate von 3,5 Prozent sind die Preise in der Euro-Zone so stark gestiegen wie noch nie seit Einführung der Währung. Doch die Laune der Unternehmer trübt das nicht.

Die Milch macht's: Im vergangenen Jahr wurde sie vor allem teuer (Quelle: AP)

Die Milch macht's: Im vergangenen Jahr wurde sie vor allem teuer

Am Montag (31.3.2008) verkündete das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg das neue Rekordniveau bei der Inflation in den 15 Staaten der Eurozone. Die Verbraucherpreise kletterten um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie Eurostat auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Im Januar und Februar hatte die Jahresteuerung noch bei 3,3 Prozent gelegen.

Damit stiegen die Preise in den vergangenen zwölf Monaten so stark wie noch nie seit Start der Währungsunion im Jahr 1999. Damit dürfte die Inflation in der gesamten Eurozone auch im März weiterhin über der in Deutschland liegen. Das Statistische Bundesamt geht für März derzeit von einer Inflation von 3,1 Prozent hierzulande aus.

Unternehmer nehmen es locker

Trotz der Preissteigerungen hat sich die Stimmung der Unternehmer in der Euro-Zone im März 2008 überraschend aufgehellt. Der entsprechende Geschäftsklima-Index stieg auf 0,80 von 0,71 Punkten im Februar, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Die meisten Experten hatten mit 0,70 Punkten gerechnet. Im Widerspruch dazu fiel ein anderer Indikator, der die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in der Euro-Zone misst. Dieser lag im Februar noch bei 100,2 Punkten und fiel im März auf 99,6 Zähler. Hier hatten die Fachleute mit glatten 100 gerechnet.

Beunruhigende Zahlen

Die Europäische Kommission zeigte sich über den starken Preisanstieg im März beunruhigt. "Das ist keine gute Zahl. Das ist mehr, als wir erwartet haben", sagte Kommissionssprecherin Amelia Torres in Brüssel. Statistische Einzelheiten über die Ursachen für den beschleunigten Preisauftrieb gebe es erst in den kommenden Wochen, sagte die Sprecherin von EU-Währungskommissar Joaquin Almunia weiter.

EU-Kommissarin: Lohnerhöhungen wären falsch

Doch sei der Anstieg zum Teil damit zu erklären, dass der Ölpreis über 100 Dollar je Barrel liege. Die Kommission warnte erneut vor starken Lohnerhöhungen als Reaktion auf die höhere Inflationsrate. "Wir müssen Zweitrundeneffekte vermeiden", sagte Torres. Eine inflationäre Spirale wäre nicht im Interesse der Verbraucher. Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist Preisstabilität im Euroraum bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. (leix)

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