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Kunst

Preis der Nationalgalerie: Vier Künstlerinnen nominiert

Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska - diese vier in Deutschland lebenden und arbeitenden Künstlerinnen ringen diesmal um den renommierten Preis der Nationalgalerie. Wer hat die besten Chancen?

Wer wird am Ende mit dem Preis der Nationalgalerie geehrt? Wer will, kann die Arbeiten der vier Künstlerinnen Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska aktuell in einer "Shortlist"-Ausstellung im "Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart" in Berlin inspizieren. Die Nationalgalerie, unter ihrem Chef Udo Kittelmann, vergibt denPreis  an diesem Freitag (20.10.2017) zum neunten Mal. Nominiert hatte eine internationale Jury, wie es das Reglement des Förderpreises verlangt, ausschließlich Künstler, die jünger als 40 Jahre alt sind und in Deutschland leben und arbeiten.

Sol Calero wurde im venezolanischen Caracas geboren. Die Künstlerin, Jahrgang 1982, hat lateinamerikanisch anmutende Phantasieräume errichtet, deren farbenprächtige Bemalung und Ausschmückung mit Pflanzen an die Tropen erinnert. Laut Museum forscht die junge Künstlerin an einer "lateinamerikanischen Identität" mitsamt ihren kulturellen Codes.

Wie relevant ist geehrte Kultur?

Bildhauerin ist auch die Ägypterin Iman Issa. Doch arbeitet die 1979 in Kairo geborene Künstlerin für ihre "Heritage Studies" mit geometrischen Skulpturen, die zunächst wie reduzierte Studien aus Form und Material wirken. Tatsächlich eignet sich Issa alte Kunstwerke und Kulturgüter neu an und rückt sie so in einen neuen individuellen und zeitgemäßen Blick. Wie Sol Calero fragt auch Issa nach der Relevanz von geerbter Kultur.

Was macht die Macht mit uns und unseren Körpern? Dieser Frage geht Jumana Manna nach. Dafür hat die 1987 in Princeton geborene Künstlerin Filme und Skulpturen geschaffen. Fakt und Fiktion, Autobiographisches und Archivmaterial - all das verknüpft Manna in ihren Videos.

Wie ist der Zustand der Welt?

Die junge Polin Agnieszka Polska schließlich hat zwei Animationsfilme aus bestechenden Bildern montiert. Ihre Bildcollage sei ein "verschlüsseltes Inventar der Gegenwart, das ein kollektives Unbewusstsein heraufbeschwört - das World Wide Web", so die Ausstellungsmacherin Dorothée Brill. "Polska fragt nach dem Zustand der Welt und unserer Rolle und Verantwortung."

Zwei Finger in Großaufnahme berühren sich. (Branicka Gallery Berlin)

"Watery Rhymes" von Agnieszka Polska

Der Preis der Nationalgalerie wird seit 2000 alle zwei Jahre vergeben. Die Positionen der Anwärter sollen das internationale Spektrum der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln. Alle vier Künstlerinnen führen mit ihrem medienübergreifenden Schaffen, wie es heißt, "keinen rein künstlerischen Diskurs, sondern nehmen Bezug auf gesellschaftliche Prozesse". Vor zwei Jahren ging der Preis an Anne Imhof, die in diesem Jahr auf der Biennale von Venedig für die Gestaltung des Deutschen Pavillons mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit dem Preis der Nationalgalerie wird am 20. Oktober auch der Preisträger des Förderpreises für Filmkunst bekannt gegeben, den die Nationalgalerie gemeinsam mit der Deutschen Filmakademie verleiht.

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