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Ostmitteleuropa

Prag zieht im Ausland tätige Agenten wegen Lebensgefahr zurück

- Verteidigungsminister verklagt zwei Ex-Spitzenbeamte des Abschirmdienstes – Premier ordnet radikale Reform des militärischen Geheimdienstes an

Köln, 9.9.2002, PRAVO

PRAVO, 9.9.2002, tschech.

Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik hat gegen zwei frühere Spitzenbeamte des tschechischen militärischen Geheimdienstes (VZS) Klage erhoben. Es handelt sich dabei um Geheimdienstchef Andor Sandor, der erst im August seines Amtes enthoben wurde und um Sandors Stellvertreter Miroslav Kvasnak. Darüber hinaus ist Kvasnak von seinem jetzigen Posten als Militärattache in Indien am Freitag (6.9.) abberufen worden. Sandor und Kvasnak werden verdächtigt, das Gesetz über die Nachrichtendienste gebrochen zu haben. (...)

Der Grund für Sandors Entlassung vor einigen Wochen liegt laut inoffiziellen Informationen darin, dass er Tvrdiks Befehle missachtet hat. Der Minister hatte ihm schon vor Längerem aufgetragen, jegliche Zusammenarbeit des Abschirmdienstes mit Karel Srba (noch vom kommunistischen Geheimdienst ausgebildeter Agent, später Staatssekretär im Prager Außenamt – MD), der des geplanten Mordes an der Journalistin Sabina Slonkova sowie mehrerer Korruptionsstraftaten verdächtigt wird, zu unterbinden. Sandor habe sich nicht an die Befehle gehalten und somit "irreparable Schäden" angerichtet, so Tvrdik. (ykk)

PRAVO, 9.9.2002, tschech.

Tschechiens Armee hat in diesen Tagen eine bislang nie da gewesene Rettungsaktion gestartet. Im Zusammenhang mit Affären um den militärischen Geheimdienst begann sie damit, ihre im Ausland tätigen Agenten zurückzuziehen, um sie vor einer möglichen Lebensgefahr zu schützen. Dies bestätigt inoffizielle Berichte, wonach ganze Teile des Agentennetzes inzwischen ausgeschaltet seien.

"Untersuchungen zeigen in diesem Augenblick eindeutig, dass unsere Leute bedroht sind, die mit der Affäre (Srba – MD) nichts zu tun haben", sagte Minister Tvrdik der Zeitung "Pravo." (...)

Laut Pravo-Informationen befinden sich nicht nur tschechische Geheimdienstmitarbeiter in Gefahr, sondern auch Ausländer, die für den Abschirmdienst der Tschechischen Republik in ihren Heimatländern tätig sind. Einige von ihnen wurden in der Vergangenheit zum Beispiel unter arabischen Studenten an tschechischen Hochschulen bzw. unter ausländischen Geschäftsleuten, die oft nach Tschechien reisen, angeworben. Die Armee ist gezwungen, eine ganze Reihe von scharfen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, um möglichen tragischen Folgen zuvorzukommen. Zur Zeit werden komplette Mechanismen der verdeckten Arbeit – Kennworte, Decknamen, Telefonnummern, konspirative Wohnungen, Autokennzeichen usw. – geändert. (...) (ykk)

PRAVO, 9.9.2002, tschech.

(....) Was auch immer hinter der gegenwärtigen Affäre um den militärischen Geheimdienst stecken mag, ihre Auswirkungen können katastrophal sein. Nicht nur für den Dienst und für ein paar für ihn tätige Individuen. Auf dem Spiel steht der Ruf des gesamten tschechischen Agententums, doch insbesondere sind Menschen in Lebensgefahr. (ykk)

PRAVO, 9.9.2002, tschech.

Tschechiens Ministerpräsident Vladimir Spidla hat im Zusammengang mit den Affären um den tschechischen Abschirmdienst Verteidigungsminister Jaroslav Trvdik beauftragt, den militärischen Geheimdienst so schnell wie möglich radikal zu reformieren. (...) (ykk)

  • Datum 09.09.2002
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