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Europa

Präsidentschaftswahlen in Kroatien

Zum vierten Mal seit der Unabhängigkeit ihres Landes wählen die Kroaten am 2. Januar einen Präsidenten. Die Zahl der Kandidaten ist mit 22 Bewerbern so groß wie noch nie. Aber nur 13 Kandidaten dürfen antreten.

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Wahlplakate für Mesic in Zagreb

Das kroatische Wahlgesetz setzt eine Hürde, die das Feld der Kandidaten drastisch reduziert hat: Jeder Bewerber musste für seine Kandidatur mindestens 10.000 Unterschriften von Bürgern vorweisen, die ihn unterstützen. Falls bei den Wahlen keiner die erforderliche Mehrheit der Stimmen erreicht, wird es zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten geben.

Konkurrenz für Mesic

Nur zwei der Bewerber um das fünfjährige Mandat im höchsten Amt des Staates haben überhaupt eine Chance, das Rennen zu machen. Da ist zum einen der derzeitige Amtsinhaber Stipe Mesic, zum anderen die stellvertretende Ministerpräsidentin Jadranka Kosor, derzeit Ministerin für Familien, Verteidigung und Solidarität zwischen den Generationen. Nach allen Umfragen der jüngsten Zeit ist die treue Gefolgsfrau von Regierungschef Ivo Sanader die einzige, die Stipe Mesic in eine Stichwahl bringen könnte.

Mögliche Achtungserfolge

Neben diesen beiden aussichtsreichsten Kandidaten gibt es eine kleine Gruppe von Bewerbern, die zumindest Chancen auf einen Achtungserfolg haben. Beispielsweise Djurdja Adlesic von der Kroatischen Sozialliberalen Partei (HSLS), eine der stellvertretenden Vorsitzenden des kroatischen

Parlaments. Hier zu nennen ist auch Slaven Letica, eine eher schillernde, ambivalente Persönlichkeit, lange Zeit journalistisch tätig, für kurze Zeit auch einer der Berater des ehemaligen Präsidenten Franjo Tudjman. Letica hat den Rückhalt der kleinen, am rechten Rand angesiedelten Partei des Rechts, obwohl er selbst nicht Parteimitglied ist. Dann tritt auch der erfolgreiche Geschäftsmann Boris Miksic an, der aus Kroatien in die USA ging und dort eine Bilderbuchkarriere hinlegte.

Fußball-Kandidaten

Die weitaus größte Gruppe der Kandidaten gehört aber eher der "demokratischen Folklore" an. So hofft zum Beispiel der ehemalige Fußballnational-Trainer Miroslav Ciro Blazevic bei seiner Kandidatur von seiner Popularität zu profitieren. Ebenfalls aus dem Fußball-Bereich kommt die ehemalige Anwältin des Spliter Fußball-Clubs Hajduk, Doris Kosta. Und der Literaturstudent Miroslav Rajh - Anhänger einer eher obskuren Sekte - wird selbst bei der jüngeren Generation kaum Chancen haben.

"Bürgerpräsident" Mesic

Wenn man den jüngsten Umfragen Glauben schenken kann, ist es sehr wahrscheinlich, dass der jetzige Präsident Stipe Mesic bereits im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt wird. Mesic war aus den Wahlen vor fünf Jahren als Überraschungskandidat siegreich hervorgegangen. Er, der sich immer als der "Bürgerpräsident" bezeichnet und von vielen seiner Landsleute auch genauso empfunden wird, hatte als eine seiner ersten wichtigen Amtshandlungen die

Position des Präsidenten im Staat mit neu definiert: Mesic hat das Übergewicht des Präsidialamtes aus der Ära von Ex-Präsident Franjo Tudjman zugunsten einer parlamentarischen Demokratie verschoben.

Schwierige Kandidatenfindung

Laut Umfragen hat Mesic selbst unter den Parteimitgliedern der regierenden HDZ - der Partei seines Amtsvorgängers Tudman - Anhänger. In den Monaten vor der Neuwahl hat sich gezeigt, dass auch die HDZ-geführte Regierung von Ministerpräsident Ivo Sanader selbst offenbar nicht glaubt, ihren Erfolg bei den Parlamentswahlen wiederholen und auch einen Präsidenten ins Amt bringen zu können. So

zog sich die partei-interne Kandidatenfindung über Wochen

hin; nicht wenige Politiker der HDZ hatten offensichtlich auch keine Ambitionen, in einem von ihnen als relativ aussichtslos wahrgenommenen Wahlkampf verschlissen zu werden. Ebenso wenig konnten sich die HDZ und andere Parteien der rechten Mitte oder der Rechten auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Im Gegensatz dazu haben sich praktisch alle Mitte-Links und Linksparteien hinter Stipe Mesic gestellt.

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