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Aktuell Amerika

Präsidentschaftskandidat tödlich verunglückt

Der Kandidat der drittstärksten Partei in Paraguay für die Präsidentschaftswahl im April, Oviedo, ist beim Absturz eines Hubschraubers ums Leben gekommen. Er war auf dem Rückweg von einer Kundgebung.

Paraguays Staatschef Federico Franco bestätigte den Tod des 69-jährigen Ex-Generals Lino César Oviedo. Die Maschine sei in der Umgebung von Presidente Hayes, 280 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Asunción, zu Boden gestürzt, berichtete der Rundfunksender 780 AM. Oviedo, der Pilot und ein Leibwächter seien tot aufgefunden worden. Ein schweres Gewitter in der Gegend könne den Absturz verursacht haben.

Der Hubschrauber war am späten Samstagabend (Ortszeit) als vermisst gemeldet worden. Oviedo hatte an einem Wahlkampftreffen in Concepción etwa 130 Kilometer östlich vom Unfallort teilgenommen.

In Paraguay sollen am 13. April Wahlen stattfinden, nachdem im Juni 2012 der Präsident Fernando Lugo vom Parlament abgesetzt worden war. Hintergrund war der Tod von 17 Menschen bei einem Polizeieinsatz gegen Landbesetzer. An seiner Stelle wurde Vizepräsident Franco zum Staatschef ernannt.

Laut Umfragen auf Platz vier

Oviedo war Kandidat der rechtsgerichteten Nationalen Union Ethischer Bürger (UNACE). Bei den von Lugo gewonnenen Wahlen 2008 war er mit 21,8 Prozent der Stimmen Dritter geworden. Die letzten Umfragen für die kommenden Wahlen sahen ihn bei 7,2 Prozent der Wählergunst und auf Platz vier.

Überreste der abgestürzten Maschine sind über rund hundert Meter verstreut (Foto: rtr)

Überreste der abgestürzten Maschine sind über rund hundert Meter verstreut

Oviedo hatte eine entscheidende Rolle 1989 bei dem Staatsstreich gegen den Diktator Alfredo Stroessner gespielt. Er gehörte zu den Offizieren, die Stroessner vor genau 34 Jahren festnahmen. "Er war einer der Menschen, die uns die Freiheit gebracht haben", erklärte Staatschef Franco.

Der nationalistische General war Heereskommandeur bis 1996, als er wegen seiner mutmaßlichen Verbindung mit einem gescheiterten Putsch gegen den damaligen Präsidenten Juan Carlos Wasmosy abgesetzt wurde. Oviedo wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, konnte jedoch ins Ausland fliehen.

Erst 2004 kehrte er freiwillig aus Brasilien nach Paraguay zurück und trat seine Haftstrafe an. Drei Jahre später wurde er freigelassen. Der Oberste Gerichtshof rehabilitierte ihn und ließ seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2008 zu.

Oviedo wurde auch die Teilnahme an dem Mord des Vizepräsidenten José María Argaña im März 1999 vorgeworfen.

re/pg (ap, dpa, rtr)

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