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Welt

Präsidentschaftskandidat Campos stirbt bei Flugzeugabsturz

Bei einem Flugzeugabsturz ist der brasilianische Präsidentschaftskandidat Eduardo Campos ums Leben gekommen. Die Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Marina Silva, soll nicht an Bord gewesen sein.

Der Kandidat der sozialistischen Partei PSB, Eduardo Campos, ist in Brasilien bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Nach Angaben der brasilianischen Luftwaffe stürzte ein Privatjet vom Typ Cessna 560XL in der Stadt Santos im Bundesstaat Sao Paulo kurz vor der Landung ab. Zum Zeitpunkt des Absturzes herrschten schlechte Wetterbedingungen.

PSB-Präsident Carlos Siqueira bestätigte, dass Campos, Präsidentschaftskandidat seiner Partei, bei dem Unglück ums Leben gekommen ist. Neben Campos starben sechs weitere Personen. Dabei handelt es sich nach Behördenangaben um die beiden Piloten, zwei Berater des Präsidentschaftskandidaten, einen Fotografen und einen Kameramann. Die Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Marina Silva, war nicht an Bord.

Als wirtschaftsfreundlicher Linker posititioniert

Der 49-jährige Campos galt als einer der aussichtsreicheren Kandidaten im Kampf um die Präsidentschaft. Die Wahlen sind am 5. Oktober. Amtsinhaberin Dilma Rousseff dürfte Umfragen zufolge ihr Amt im zweiten Wahlgang verteidigen. Bei einer Anfang August veröffentlichten Erhebung kam sie auf 38 Prozent, ihr wichtigster Herausforderer Aécio Neves auf 23 Prozent und Campos auf neun Prozent.

Rousseff ordnete ein dreitägige Staatstrauer an. Campos sei ein Beispiel für einen Demokraten gewesen. "Ganz Brasilien trauert. Wir haben heute einen großen Brasilianer verloren, Eduardo Campos. Ich bin sehr traurig", hieß es in einen Schreiben der Präsidentin.

Campos war unter Präsident Luiz Inacio Lula da Silva Wissenschaftsminister und anschließend Gouverneur der nordöstlichen Provinz Pernambuco. Im Wahlkampf hatte er sich als wirtschaftsfreundlicher Linker positioniert und wurde von mehreren Banken und Unternehmen unterstützt. Nach seinem Tod könnte seine Stellvertreterin Silva die PSB-Spitzenkandidatur übernehmen.

Campos Tod belasten Brasiliens Märkte

Der brasilianische Leitindex brach nach der Meldung über Campos Tod um bis zu 2,1 Prozent ein. Die Aktien der Ölfirma Petrobras, an der der Staat noch einen hohen Anteil hält, verloren bis zu 5,7 Prozent. An der Börse ist Rousseff eher unbeliebt. So reagiert die Börse in Sao Paulo stets mit Kursverlusten, wenn ihre Wiederwahl wahrscheinlicher wird. Börsianer werfen ihr vor, eine unternehmensfeindliche Politik zu vertreten und nicht auf die Interessen der privaten Minderheitsaktionäre von halbstaatlichen Unternehmen wie Petrobras zu achten.

ab/qu (afp, ap, dpa, rtr)