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Aktuell Afrika

Präsidentenwahl in Ägypten beendet

Mit allen möglichen Tricks haben die Machthaber in Ägypten versucht, die Wähler zur Stimmabgabe zu bewegen und die Präsidentschaftswahl sogar um einen Tag verlängert. Doch auch an Tag drei blieben viele Wahllokale leer.

Geldstrafen fürs Nichtwählen, kostenloses Zugfahren im ganzen Land, Verlängerung der Öffnungszeiten in den Wahllokalen, ein für arbeitsfrei erklärter Tag – die Motivationsliste der ägyptischen Regierung ist lang. Doch auch am Mittwoch - dem dritten Tag der Präsidentschaftswahl - war der Andrang eher mäßig.

Ein Reporter der Agentur Reuters berichtete, dass - wie auch andernorts - in einem Wahllokal mit mehr als 6000 registrierten Stimmberechtigten im Kairoer Arbeiterbezirk Schubra gähnende Leere herrschte. Nur die Wahlhelfer und einige Sicherheitskräfte seien zu sehen gewesen. Dagegen erklärte der Gouverneur der Stadt Alexandria, die Wahlbeteiligung habe bereits im Laufe des Mittwochs rund 48 Prozent erreicht.

Bonbons und Lieder für Ägyptens Wähler

Die Website der Zeitung "Al-Shorouk" meldete, in drei Kairoer Vierteln unweit der Pyramiden hätten einige Bürger versucht, die Menschen zur Stimmabgabe zu überreden. Sie sollen nationalistische Lieder gespielt und Bonbons an die Passanten verteilt haben, denen sie sagten "Ägypten ruft dich!".

Die Wahlkommission in Kairo hatte am Dienstag entschieden, den ursprünglich für zwei Tage geplanten Urnengang um einen Tag zu verlängern. Angeblich soll die große Hitze bis dahin viele Wähler abgeschreckt haben. Aus der Kommission verlautete , bis zum Ende des zweiten Wahltages hätten etwa 40,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zahlen von Tag drei der Wahl gibt es noch nicht.

Ein Soldat stützt eine ältere, verschleierte Frau in einem Wahllokal (Foto: afp)

Unterstützung für die Wähler ganz wörtlich genommen: ein ägyptischer Soldat stützt eine ältere Dame

Lokale Radiosender hatten am Dienstagabend gemeldet, wer sich nicht an der Wahl beteilige, müsse eine Geldstrafe in Höhe von 500 ägyptischen Pfund (51 Euro) bezahlen. Solche Drohungen hatten allerdings auch bei früheren Wahlen kaum Wirkung gezeigt, da das Geld in der Regel nicht eingetrieben wird.

Ägyptische Nichtwähler geben verschiedene Gründe an

Um das höchste Amt bewerben sich nur zwei Kandidaten: Haushoher Favorit ist der frühere Militärchef Abdel Fattah al-Sissi. Sein Konkurrent, der Linkspolitiker Hamdien Sabahi gilt als chancenlos.

Die Muslimbrüder, deren Präsident Mohammed Mursi vom Militär 2013 gestürzt worden war, hatten zum Wahlboykott aufgerufen. Sie fühlen sich durch die schwache Beteiligung in ihrer Ansicht bestätigt, dass die Mehrheit der Ägypter den "Putsch" der Militärführung vom Juli 2013 ablehne. Allerdings führten etliche Nichtwähler auch andere Gründe an. Einige sagten, der Sieg von Al-Sissi stehe ohnehin fest. Andere erklärten, keiner der beiden Kandidaten habe sie überzeugt. Mit ersten Ergebnissen wird für Donnerstag gerechnet. Das offizielle Endergebnis soll kommende Woche veröffentlicht werden.

cw/qu (rtr, afp, dpa)