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Iran

Präsidentenwahl im Iran: Bleibt Amtsinhaber Rohani?

Wohin steuert der Iran? Bei der Präsidentenwahl trat Amtsinhaber Rohani gegen einen Vertreter der Erzkonservativen an. Viele Wähler sprachen von einer Schicksalsentscheidung. Erste Ergebnisse sehen Rohani vorn.

Am Freitag um Mitternacht schlossen die Wahllokale endgültig, nachdem das Innenministerium zuvor die Abstimmung wegen des großen Andrangs verlängert hatte. Nach offiziellen Angaben lag die Wahlbeteiligung bei rund 70 Prozent, mehr als 40 Millionen Iraner machten damit von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Ersten Ergebnissen zufolge liegt Amtsinhaber Hassan Rohani deutlich in Führung. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, von 25 Millionen ausgezählten Stimmen seien rund 14 Millionen auf Rohani entfallen, für seinen Hauptrivalen Ebrahim Raeissi, den Spitzenkandidaten des erzkonservativen Klerus, hätten rund 10 Millionen Iraner votiert.

Bei der Wahl ging es um den künftigen Kurs des Landes, um Öffnung oder Abschottung. Mehr als 56 Millionen Iraner waren aufgerufen, darüber zu bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Rohani eine zweite Amtszeit gewähren oder ob sie einen politischen Wechsel wollten. Nach Angaben von Innenminister Abdulresa Rahman Fasli werden die Endergebnisse am Samstagabend oder spätestens am Sonntag bekanntgeben.

Ein enger Vertrauter von Chamenei 

Rohani galt zwar vor der Wahl als Favorit, aber Raeissi genießt die Unterstützung der Islamgelehrten im Land und der staatlichen Medien. Er ist ein enger Vertrauter des obersten geistlichen und politischen Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei.

Es bildeten sich nach Berichten von Augenzeugen vor vielen Wahllokalen in der Hauptstadt Teheran lange Schlangen. Auch in den Provinzen war die Beteiligung nach Medienangaben lebhaft. Eigentlich war die Schließung der Wahllokale für den Nachmittag geplant gewesen, die Lokale blieben dann aber fünf Stunden länger auf.

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"Schicksalswahl" im Iran

"Heute ist ein wichtiger Tag, da die Iraner ihr Schicksal und das ihrer Kinder selbst in der Hand haben", sagte Rohani bei seiner Stimmabgabe in der Hosseinieh-Erschad-Moschee in Teheran. Die Wähler sollten nicht vergessen, dass das Wahlergebnis auch außenpolitisch für das Land enorm wichtig sei, sagte der Präsident. In der Amtszeit des 68-jährigen war das internationale Atomabkommen ausgehandelt worden.

Ein Ministeriumssprecher sagte dem staatlichen Fernsehen, sofort nach dem Ende der Wahlen sollten die Stimmen ausgezählt werden. Nur die Angaben des Innenministeriums seien amtlich. Medienberichte, besonders in den sozialen Netzwerken, sollten ignoriert werden, sagte der Sprecher.

haz/qu (dpa, rtr)

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