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Welt

Präsidenten-Wiederwahl schürt Unruhen

Nach der Präsidentenwahl in Nigeria sind im muslimischen Norden des Landes blutige Unruhen ausgebrochen. Zuvor war bekannt geworden, dass Amtsinhaber Goodluck Jonathan, ein Christ, die Wahl gewonnen hat.

Goodluck Jonathan (Foto: AP)

Goodluck Jonathan

Die Abstimmung selbst war weitgehend friedlich verlaufen. Doch das Ergebnis der Präsidentenwahl in Nigeria lässt die Wut der Bevölkerung im muslimischen Norden hochkochen. Nachdem klar geworden war, dass der aus dem Süden stammende Christ und Amtsinhaber Goodluck Jonathan die Wahl für sich entschied, schlug ihre Enttäuschung darüber in Gewalt um.

Gotteshäuser in Flammen

Muhammadu Buhari (Foto: AP)

Muhammadu Buhari

Anhänger des Jonathan-Herausforderers Muhammadu Buhari setzten Kirchen, Moscheen und andere Gebäude in Brand. "Viele Leute sind getötet worden", sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes, ohne bereits genaue Zahlen nennen zu können.

Auch mehrere Häuser von Funktionären der regierenden Demokratischen Volkspartei (PDP) wurden niedergebrannt. Aus dem Süden stammende Nigerianer wurden angegriffen. "Sie haben unsere Autos und Häuser zerstört. Ich rannte um mein Leben", sagte eine Bewohnerin der Stadt Zaria der Onlinezeitung "Next". Um die Gewalt einzudämmen, wurde über mehrere Städte eine Ausgangssperre verhängt.

Deutlicher Wahlsieg

Nigerianische Wählerinnen (Foto: DW)

Wählerinnen bei der Stimmabgabe am Samstag

Nach dem in der Nacht zum Dienstag (19.04.2011) veröffentlichten Wahlergebnis erhielt Jonathan 22,5 Millionen Stimmen, Buhari etwa zwölf Millionen. In Prozentzahlen: 57 zu 31 Prozent.

EU-Beobachter sprachen von einem weitgehend friedlichen und ordentlichen Verlauf der Wahl vom Samstag. Ein Sprecher Buharis meinte hingegen, die Ergebnisse seien manipuliert worden. Man werde den Ausgang der Wahl nicht anerkennen, bis die zuständige Kommission diese überprüft habe.

Versöhnliche Worte

Der wiedergewählte Präsident Jonathan appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren: "Politischer Ehrgeiz ist kein Blutvergießen wert", betonte er in einer am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme. "Wir dürfen den Verlust von Leben nicht zulassen." Die Gewalt sei "unnötig und vermeidbar". Zugleich wandte sich der Staatschef mit versöhnlichen Worten an seine Konkurrenten. Er betrachte sie "nicht als Gegner, sondern als Partner".

Goodluck Jonathan war vor vier Jahren nigerianischer Vizepräsident geworden. Durch den Tod von Präsident Umaru Yar'Adua 2010 rückte er ins höchste Staatsamt auf. Mit seinen 150 Millionen Einwohnern ist Nigeria der bevölkerungsreichste Staat Afrikas.

Autoren: Christian Walz / Eleonore Uhlich (rtr, afp, dpa, dapd)
Redaktion: Sabine Faber

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