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Aktuell Afrika

Präsident Zuma muss knapp 500.000 Euro zurückzahlen

Südafrikas Staatschef hatte seine Privatresidenz aufwändig renovieren lassen - auf Kosten der Steuerzahler. Damit wird er für seine Partei zum Problem. Nun mehren sich die Stimmen, die Zumas Rücktritt fordern.

Kurz vor den Kommunalwahlen haben Südafrikas Verfassungsrichter endgültig entschieden, dass Präsident Jacob Zuma umgerechnet knapp 500.000 Euro innerhalb von 45 Tagen zurückzahlen muss. Damit geht ein langes Verfahren zu Ende, das zum Sinnbild für Korruption und Bereicherung geworden ist.

Der Präsident hatte mit öffentlichem Geld auf seiner Residenz unter anderem ein Schwimmbad, eine Privatklinik, ein Amphitheater und einen Hühnerstall bauen lassen. Begründet wurden die aufwändigen Renovierungsarbeiten damit, dass sie der Sicherheit des Präsidenten dienten. Außerdem seien sie erforderlich, damit Zuma zu Hause ausländische Staatsgäste empfangen könne. Das höchste Gericht ließ diese Argumente jedoch nicht gelten.

Damit gerät der Präsident immer stärker unter Druck. Mehrere bekannte ANC-Veteranen fordern bereits den Rücktritt des ehemaligen Anti-Apartheidskämpfers. Wenn Zuma an der Macht bleibe, werde sich die Vertrauenskrise in der Regierung und im Land weiter verschärfen, argumentieren seine Kritiker. Vor allem wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der sozialen Ungleichheit sind viele in Südafrika unzufrieden mit ihrem Präsidenten.

Das Anwesen von Präsident Jacob Zuma in Südafrika (Foto: AFP)

Das Anwesen von Präsident Jacob Zuma in Südafrika

Dabei wurde Zuma einst von seinen Anhängern als "schwarzer Jesus" gefeiert. Mit 17 Jahren hatte er sich der Anti-Apartheidsbewegung angeschlossen. Zusammen mit Südafrikas Nationalhelden Nelson Mandela saß er 10 Jahre im Gefängnis auf Robben Island, weil er versucht hatte, die Regierung zu stürzen. 2009 wurde er zum Präsidenten gewählt. Allerdings sorgte er immer wieder für Negativschlagzeilen, unter anderem wegen Korruptions- und Vergewaltigungsvorwürfen.

Zumas schwindender Zuspruch könnte sich auch auf die südafrikanischen Kommunalwahlen am 3. August auswirken. Beobachter erwarten, dass der ANC dann seine absolute Mehrheit verlieren könnte.

sh/rb (afp,dpa)

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