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Konflikt zwischen USA und Nordkorea

Präsident Trump giftet erneut gegen Nordkorea

Drohung um Drohung: Im Wortgefecht mit dem kommunistischen Regime Nordkoreas lässt US-Präsident Trump nicht locker. In seinem Urlaubsquartier legte er mit neuen Drohungen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nach.

Auf seinem Golfplatz in Bedminster hat US-Präsident Donald Trump seine Drohgebärden gegenüber dem Regime in Pjöngjang erneuert. "Ich hoffe, dass sie voll und ganz das Gewicht meiner Worte verstehen, und was ich gesagt habe, das habe ich auch so gemeint", sagte Trump zu Reportern im Bundesstaat New Jersey. Seine Worte seien sehr leicht zu verstehen. Sollte Kim "irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell." Er wollte nicht sagen, ob es derzeit direkte diplomatische Kontakte mit Pjöngjang gibt.

Trump hatte zuvor erklärt, militärische Lösungen seien komplett vorbereitet, "geladen und schussbereit". Die USA stünden bereit, sollte Nordkorea unklug handeln. "Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg", sagte er mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber. Trump kündigte an, dass die USA ihre Raketenabwehr mit einem signifikanten Milliardenbetrag aufstocken würden. Zugleich versicherte er, grundsätzlich zu Verhandlungen bereit zu sein.

Guam im Visier

Nordkorea kündigte seinerseits an, dass bis Mitte August der Einsatzplan stehen soll, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg bis kurz vor das US-Territorium Guam abzufeuern. Auf der strategisch wichtigen Pazifikinsel Guam unterhalten die USA einen Luftwaffenstützpunkt mit 6000 Soldaten. Am Freitag hieß es aus Pjöngjang, die USA müssten mit einer "schandvollen Niederlage" rechnen, sollten sie weiter auf "extreme militärische Abenteuer" sowie Sanktionen und Druck bestehen.

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DW-Korrespondentin Alexandra von Nahmen aus Washington

Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt verschärft. Trump hatte am Dienstag gewarnt, die USA würden "mit Feuer und Wut" auf weitere Provokationen reagieren. Trump hielt sich in New Jersey bedeckt auf die Frage von Journalisten, ob er einen Präventivschlag gegen Nordkorea erwäge. "Wir werden sehen, was passiert." Verteidigungsminister James Mattis wählte dagegen besonnenere Worte. Er sagte: "Die US-Bemühungen sind von der Diplomatie getrieben. Sie zeitigen diplomatische Ergebnisse." Ein Krieg wäre eine Katastrophe. Die USA seien allerdings bereit, auf Feindseligkeiten Nordkoreas zu reagieren.

Kühle Reaktion auf Merkels Erklärung

Den Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Mäßigung bei der Wortwahl schlug Trump aus. "Lasst sie für Deutschland sprechen", sagte er. "Sie ist eine sehr gute Freundin von mir. Möglicherweise hat sie sich auf Deutschland bezogen. Sie hat sich sicherlich nicht auf die Vereinigten Staaten bezogen", sagte der Präsident. Merkel hatte am Freitag in Berlin betont, sie halte eine Eskalation der Sprache für falsch. "Ich sehe auch keine militärische Lösung dieses Konflikts." Damit dürfte sie sich zumindest auch auf die Aussagen Trumps bezogen haben, der Nordkorea mit "Feuer und Wut" gedroht hatte.

Derweil berief die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wegen der Nordkorea-Krise ein Sondertreffen der für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter ein. Bei den Gesprächen am Montag solle über mögliche weitere Schritte der Europäischen Union diskutiert werden, teilte eine Sprecherin in Brüssel mit. Das sogenannte Politische und Sicherheitspolitische Komitee (PSK) hätte regulär eigentlich erst am 31. August wieder zusammenkommen sollen. Als Grund für das Sondertreffen gelten neben den jüngsten nordkoreanischen Raketentests auch die eskalierenden Spannungen zwischen Trump und der Führung in Pjöngjang. Außenminister Sigmar Gabriel hatte deswegen sogar vor einem Atomkrieg gewarnt.

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Nordkorea und USA – verbales Wettrüsten

Der Konflikt spitzt sich seit Monaten zu. Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrats und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea. Hintergrund der aktuellen Eskalation ist der jahrelange Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Dieses wird von den USA, aber auch von der EU als Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit auf der ganzen Welt angesehen.

Börsen im Abwind

Die Börsen in aller Welt reagierten auf die Kriegsgefahr mit Abschlägen. Die schwelende Nordkorea-Krise brockte dem Dow Jones Industrial den größten Wochenverlust seit März ein. Der US-Leitindex fiel im Wochenvergleich um 1,06 Prozent. Allerdings hatte das Börsenbarometer erst am Dienstag zum zehnten Mal in Folge ein Allzeithoch erklommen. Am Freitag nun erholte sich der Dow nur minimal von seinen jüngsten Verlusten und legte um 0,07 Prozent auf 21.858,32 Punkte zu.

kle/gri (afp, dpa, rtr)

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