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Ostmitteleuropa

Präsident Kwasniewski lässt Medienberichte dementieren: Keine Kritik an USA

Bonn, 19.3.2004, PAP, RZECZPOSPOLITA, POLNISCHER RUNDFUNK

PAP, poln., 18.3.2004

Polens Präsident Aleksander Kwasniewski hat am Donnerstag (18.3.) bei einem Treffen mit französischen Journalisten erklärt, sei Land sei, was irakische Massenvernichtungswaffen anbelange, getäuscht worden. "Tatsache ist, dass man uns, wen es um Massenvernichtungswaffen geht, getäuscht hat", sagte er vor in Warschau weilenden Journalisten. Der Rückzug der polnischen Soldaten aus der Irak-Koalition hätte nach Ansicht des polnischen Staatschefs jedoch keinen Sinn. "Wir haben jetzt Mitte März und ich stelle die Frage: Wenn der Rückzug der Truppen die Rückkehr des Krieges, ethnische Säuberungen und Aggressionen gegen Nachbarländer bedeuten sollt - was wäre dann der Sinn eines solchen Rückzugs?" (...) (TS)

RZECZPOSPOLITA, poln., 19.3.2004

(...) "Im weiteren Teil meiner Äußerung erkläre ich, warum Polen und Spanien im Irak sein sollten", fügte der Präsident hinzu.

Die Journalisten wollten vom Präsidenten wissen, was er mit "täuschen" meine. Der Präsident antwortete, das sei ein Problem sowohl der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und anderer Verbündeter. "Man hat uns darüber informiert, dass es im Irak Massenvernichtungsmittel gibt, dass an diesen Waffen gearbeitet wird. Heute ist nicht klar, ob diese Informationen stimmen. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Informationen, auf die wir unsere Entscheidungen stützten, keine Informationen waren, die auf unserer Intuition oder unseren Erfahrungen basierten; sie kamen vielmehr von Geheimdiensten, von entsprechenden Diensten", sagte Kwasniewski. "Das ist ein Problem für uns alle. Wir haben keinerlei Möglichkeit de Verifizierung." (...) (TS)

POLNISCHER RUNDFUNK, poln., 19.3.2004

Präsident Aleksander Kwasniewski hat erklärt, Polen sei mit Informationen darüber, dass das Regime Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt, getäuscht worden. Bei einem Treffen mit französischen Journalisten in Warschau erklärte er Präsident, Irak sei ohne Hussein ein besseres Land, obwohl Zweifel darüber entstanden seien, ob die Intervention in diesem Land gerechtfertigt war.

(Kwasniewski) "Aber natürlich empfinde ich auch Unbehagen, das darauf zurückzuführen ist, dass wir mit Informationen über Massenvernichtungsmittel usw. getäuscht worden sind."

Diese Äußerung führte in den Medien zu Behauptungen, Polens Präsident habe seinen Standpunkt zum Irak geändert.

Nach Worten von Minister Dariusz Szymczycha aus der Präsidentenkanzlei sind diese Äußerungen falsch interpretiert worden und bedeuteten keinen Wandel in der polnischen Haltung zur Intervention im Irak.

(Szymczycha) "Auf keinen Fall kann aus diesem Satz die Schlussfolgerung gezogen werden, dass der Präsident sich von der Entscheidung über die Beteiligung polnischer Soldaten an der Stabilisierungsmission im Irak, die er zusammen mit der Regierung getroffen hat, distanziert. Der Präsident hat sich von der Mission nicht distanziert, was man aus dem AFP-Bericht hätte schließen können. Er gibt weder die Worte des Präsidenten noch seine Absichten wider."

Wem die Worte, Polen sei in der Irak-Frage getäuscht worden, galten, wollte Minister Szymczycha allerdings nicht sagen. (...) (TS)

  • Datum 19.03.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4oVJ
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