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Aktuell Afrika

Präsident Kiir ernennt Erzrivalen zum Vize

Die verfeindeten Gruppen rund um den südsudanesischen Präsidenten Kiir und seinem einstigen Stellvertreter Machar werden sich künftig die Macht teilen. Damit erfüllt Kiir eine wichtige Bedingung des Friedensabkommens.

Präsident Salva Kiir (siehe Artikelbild) hat ein Dekret veröffentlicht, demzufolge Riek Machar zum "ersten Vizepräsidenten der Republik Sudsudan" ernannt wurde. Dieser Schritt ist Teil des Friedensvertrags, der zwischen der südsudanesischen Regierung und den Rebellen um den früheren Vizepräsidenten Machar erst im vergangenen Jahr unter großem internationalem Druck zustande kam.

Machar war nach Kämpfen aus der Hauptstadt Juba geflohen. Unklar war zunächst, wann er zurückkehren wird, um sein Amt anzutreten. Er hält sich bislang zumeist in Äthiopien auf. Sein Sprecher bezeichnete den Schritt als überraschend, wie die Zeitung "Sudan Tribune" berichtete. Er begrüßte die Nominierung aber als einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Friedensabkommens.

Südsudan Rebellenführer Riek Machar (Bild: reuters)

Rebellenführer Riek Machar wird Vizepräsident

Kämpfe trotz Friedensvertrag

Der Südsudan hatte 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. In dem nordostafrikanischen Land eskalierte dann im Dezember 2013 der Machtkampf zwischen Kiir und seinem einstigen Stellvertreter Machar. Die beiden Rivalen gehören verschiedenen Volksgruppen an - Kiir den Dinka und Machar den Nuer. Die Kämpfe, an denen zahlreiche rivalisierende Milizen beteiligt sind, dauern trotz des Friedensvertrags an. Sowohl der Regierungsseite als auch den Rebellen werden ethnische Massaker, die Rekrutierung von Kindersoldaten sowie Vergewaltigungen und Folter vorgeworfen. In dem Konflikt wurden seitdem zehntausende Menschen getötet und mehr als zwei Millionen in die Flucht getrieben. Rund 2,8 Millionen Menschen - etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung – benötigen UN-Angaben zufolge dringend Nahrungsmittelhilfe.

bri/stu (afp, epd)

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