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Asien

Präsident Karsai baut Vorsprung aus

Nach der Präsidentenwahl in Afghanistan hat Amtsinhaber Karsai den Vorsprung auf Herausforderer Abdullah ausgebaut. Für die ausländischen Truppen ist 2009 schon jetzt das verlustreichste Jahr des gesamten Einsatzes.

Karsai auf Plakat (Foto: AP)

Karsai liegt weiterhin vorne, eine absolute Mehrheit ist aber nicht in Sicht

Die Unabhängige Wahlkommission teilte am Samstag (29.08.2009) in Kabul mit, Präsident Hamid Karsai komme derzeit auf 46,3 Prozent der ausgezählten Stimmen. Ex-Außenminister Abdullah Abdullah folge mit 31,4 Prozent. Das sei das Ergebnis der Auszählung von Stimmzetteln aus etwas mehr als einem Drittel der Wahllokale. Zu Beginn der Auszählung der Stimmen hatten erste Teilergebnisse noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hingedeutet.

Sollte Karsai auch bei der weiteren Stimmenauszählung nicht auf eine absolute Mehrheit kommen, wäre im Oktober ein zweiter Wahlgang zwischen dem Spitzenreiter und dem Zweitplatzierten notwendig. Ein neuer Stand der Auszählung soll nächsten Montag präsentiert werden. Ein amtliches Endergebnis soll Mitte September vorliegen.

Die Beschwerdekommission bearbeitet derzeit mehrere hundert Einwände gegen die zunehmend umstrittene Wahl und die Stimmenauszählung. Abdullah hat dem Karsai-Lager Manipulationen vorgeworfen.

Neuer Anschlag, neue Opfer

Krankenhausbetten mit Verletzten (Foto: AP)

Anschlagsopfer im Krankenhaus

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Samstag im Süden Afghanistans in die Luft. Er tötete dabei einen US-Soldaten und mindestens zwei Zivilisten. Der Anschlag habe westlichen und afghanischen Streitkräften gegolten, die auf einem Markt in der Provinz Sabul patrouillierten, sagte ein Bezirksgouverneur. Rund 20 Personen seien verletzt worden. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan haben nach einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mit schweren Mängeln bei der Ausrüstung zu kämpfen. Das Magazin beruft sich auf interne Berichte des Verteidigungsministeriums. Mehr als die Hälfte der rund 700 geschützten Fahrzeuge am Hindukusch sei zeitweise nicht einsatzbereit. Wegen eines Mangels an Ersatzteilen müssten "Transall"-Transportflugzeuge ausgeschlachtet werden. Für Hubschrauber gebe es nicht genug Piloten, für die Übertragung geheimer Informationen fehlten geeignete Computer und Funkgeräte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies den Bericht als nicht nachvollziehbar zurück.

Opferzahlen bei Briten und Amerikanern steigen

Brown umringt von Soldaten (Foto: AP)

Gordon Brown auf Überraschungsbesuch

Derweil deutete Großbritanniens Premierminister Gordon Brown die Entsendung weiterer britischer Soldaten an. Er wolle die Ausbildung afghanischer Soldaten und Polizisten beschleunigen, sagte Brown am Samstag bei einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan. Derzeit sind 9000 britische Soldaten im Land. Seit 2001 kamen dort fast 210 Briten ums Leben.

Mit mehr als 45 getöteten Soldaten ist der August für die US-Streitkräfte in Afghanistan der bislang blutigste Monat seit Beginn des Militäreinsatzes vor knapp acht Jahren. Für die ausländischen Truppen insgesamt ist 2009 mit mehr als 300 Toten bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit dem US-geführten Einmarsch Ende 2001. Insgesamt kostete der Einsatz bisher mindestens 1345 Soldaten das Leben, mehr als 800 davon waren Amerikaner.

Anzeichen für neuen Druck auf Bundeswehr

US-Präsident Barack Obama werde die Bundesregierung nach der Bundestagswahl zur Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan auffordern, berichtet ebenfalls der "Spiegel". US-Diplomaten hätten dies führenden CDU-Politikern bereits angekündigt, hieß es am Samstag in einer Vorabveröffentlichung des Hamburger Magazins. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte demnach bereits im vergangenen Jahr die Obergrenze des Afghanistan-Mandats von 3500 auf 6000 Soldaten erhöhen wollen. Aus Rücksicht auf die CSU und die Landtagswahl in Bayern habe er es aber bei maximal 4500 Soldaten bewenden lassen. (mas/uh/dpa/rtr/afp)