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Aktuell Nahost

Präsident Hadi sagt Terroristen den Kampf an

Hadi bleibt hart: Nach dem Selbstmordanschlag mit mindestens 96 Toten hat der jemenitische Präsident Hadi angekündigt, den Kampf gegen den Terror fortzusetzen. Zu der Bluttat bekannte sich eine regionale Al-Kaida-Gruppe.

Staatspräsident Hadi will den Terrorismus ausmerzen (Foto: AP)

Staatspräsident Hadi will den Terrorismus "ausmerzen"

Die Bekämpfung des Terrors werde weiter gehen, "bis wir gewinnen, welche Opfer wir auch immer bringen müssen", ließ das Staatsoberhaupt Abed Rabbo Mansur Hadi im Staatsfernsehen erklären. "Wir beschleunigen die Restrukturierung der Streitkräfte, um dem Land Stabilität zu bringen", sagte er. "Jemen kann nicht noch mehr Krisen meistern."

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Anschlag von Al-Kaida im Jemen

Zuvor waren bei einem Attentat während der Probe für eine Militärparade mindestens 96 Menschen getötet worden. Mindestens 200 Menschen sind verletzt, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Aus Militärkreisen verlautete, der Attentäter sei selbst ein Soldat, der seinen Sprengsatz am Montag in der Nähe des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt Sanaa gezündet habe. Die Parade sollte an diesem Dienstag stattfinden, dem Nationalfeiertag im Jemen.

Bombe galt dem Verteidigungsminister

Zu dem Anschlag bekannte sich der jemenitische Arm des Terrornetzwerks Al-Kaida. Einer ihrer "heiligen Krieger" habe den Anschlag durchgeführt, teilte die Al-Kaida in einer E-Mail mit. Ziel war Verteidigungsminister Mohammed Nasser Achmed. Er war bei der Übung ebenso wie Generalstabschef Achmed Ali al-Aschwal anwesend, beide blieben aber nach Militärangaben unverletzt.

Das Attentat sei die Rache für eine Offensive der Streitkräfte gegen Al-Kaida-Kräfte im Süden des Landes, hieß es. Zuletzt hatte das jemenitische Militär Erfolge bei der Bekämpfung der Terrorgruppe in der südlichen Provinz Laudar verzeichnet. Die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) drohte zugleich mit weiteren Angriffen auf die jemenitische Führung.

Ban und Westerwelle entsetzt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilten den Anschlag auf das Schärfste. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der UN-Chef. "Wir werden nicht zulassen, dass der Terror siegt", betonte Westerwelle am Rande des Nato-Gipfels in Chicago. Die internationale Gemeinschaft stelle sich entschlossen gegen Versuche, den Aussöhnungsprozess im Jemen zu verhindern.

Polizisten untersuchen den Anschlagsort (Foto: AP)

Spurensicherung nach dem Attentat

Der Anschlag am Montag traf die Führung des Landes ins Mark. Die Parade, gegen deren Generalprobe sich der Angriff richtete, gilt dem 22. Mai, dem Jahrestag der Vereinigung des republikanischen Nordjemens mit dem sozialistischen Südjemen im Jahr 1990.

In diesem Jahr feiert das Land den Vereinigungstag erstmals ohne den Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih, der im November nach monatelangen Protesten von der Macht zurücktrat. Salih hatte seit 1978 über den Nordjemen und nach 1990 über das vereinigte Land geherrscht. Die Parade hatte sein Nachfolger Hadi abnehmen sollen, der bei der Präsidentenwahl im Februar im Amt bestätigt worden war.

kle/rb (dapd, afp, dpa, rtr)

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