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Aktuell Afrika

Präsident entgeht Anschlag

Zwei Tage nach seiner Wahl wird Somalias Präsident Mohamud fast ein Opfer der Gewalt. Nur knapp entgeht er einem Anschlag.

Während Präsident Hassan Sheikh Mohamud in einem Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu zusammen mit dem Außenminister Kenias, Sam Ongeri, eine Pressekonferenz gab, ereignen sich vor dem Gebäude zwei Explosionen.

Nach Angaben von Augenzeugen hatten Selbstmordattentäter zwei mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge zum Tor des Dschasira-Hotels gefahren, wo die Bomben explodierten. Mindestens drei Wachsoldaten seien getötet worden, hieß es. Mohamud und alle anderen Menschen im Hotel blieben unversehrt.

Islamisten-Miliz droht

Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische Miliz Al-Schabaab, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida unterhalten soll. Die Islamisten hatten Mohamud nach seiner Wahl als Verräter bezeichnet und die Fortsetzung ihres sogenannten heiligen Krieges gegen die international anerkannte Regierung Somalias angekündigt. Die Miliz war 2011 von Truppen der Übergangsregierung und der Afrikanischen Union (AMISOM) aus der Hauptstadt vertrieben worden. Sie kontrolliert aber immer noch weite Teile des ostafrikanischen Landes. Ein Al-Schabaab-Sprecher drohte: "Es wird mehr derartige Angriffe geben, bis Somalia befreit ist."

Somalias neuer Präsident Hassan Sheikh Mohamud (Foto: Reuters)

Somalias neuer Präsident Hassan Sheikh Mohamud

Die Präsidentschaftswahl am Montag war der vorläufige Höhepunkt eines unter UN-Schirmherrschaft stehenden Stabilisierungsprozesses für Somalia. Der 56-jährige frühere Universitätsprofessor und moderate Islamist Mohamud hatte sich bei der Abstimmung gegen den bisherigen Amtsinhaber Scheich Scharif Achmed durchgesetzt. Das unter Gewalt, Hungersnöten und Korruption leidende Land am Horn von Afrika hat seit dem Sturz von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 keine funktionierende Zentralregierung. Als seine wichtigste Aufgabe bezeichnete Mohamud die Schaffung von Sicherheit in Somalia.

Wenige Stunden vor dem gescheiterten Attentat hatte Bundesaußenminister Guido Westerwelle dem Präsidenten zu seiner Wahl gratuliert. Entscheidend sei, dass es der regulären Regierung Somalias unter Mohamud mit Hilfe der Afrikanischen Union und der internationalen Gemeinschaft nun gelinge, die Kontrolle über Somalia zurückzugewinnen und den Aussöhnungs- und Friedensprozess fortzusetzen, betonte Westerwelle. Deutschland unterstütze jeden Schritt in Richtung staatlicher Konsolidierung und Aussöhnung in Somalia, versicherte Westerwelle.

wl/SC (dpa, afp, dapd, epd, rtre)