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Aktuell Asien

Präsident der Malediven gibt nach Meuterei auf

Der Präsident der Malediven, Mohammed Nasheed, hat nach einer Meuterei der Polizei seinen Rücktritt erklärt. Die Lage in den Feriengebieten des Inselarchipels ist ruhig.

Mohamed Nasheed gab sein Amt auf, nachdem die Protestaktionen der Opposition der Inselrepublik jetzt in eine Meuterei der Polizei umschlugen. Polizisten brachten nach Angaben örtlicher Medienvertreter das staatliche Fernsehen unter ihre Kontrolle. Sie protestierten damit gegen eine Anweisung der Regierung, nicht länger die Demonstrationen von Oppositionsanhängern zu schützen.

Vizepräsident als Nachfolger

Nasheed erklärte in einer Fernsehansprache, er trete zurück, da sein Verbleiben im Amt unweigerlich zu Gewalt führen würde. "Ich will das Land nicht mit eiserner Hand führen", betonte der 44-Jährige. Die Regierungsgeschäfte übernahm Vizepräsident Mohammed Waheed Hassan. Er wurde im Parlament auf der Hauptinsel Male vereidigt.

Die politischen Spannungen auf dem Inselarchipel waren eskaliert, nachdem die Streitkräfte im Januar den Präsidenten des Strafgerichtshofs, Abdullah Mohamed, festgenommen hatten. Der Richter hatte die Freilassung eines Oppositionsführers angeordnet, der wegen angeblicher Beleidigung der Regierung ohne Haftbefehl inhaftiert worden war. Die Opposition lief Sturm gegen dieses Vorgehen.

Gefolgsleute des Ex-Diktators protestierten

Besonders Anhänger des früheren Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom hatten gegen Nasheed demonstriert. Gayoom hatte 30 Jahre lang autokratisch geherrscht und war dem Menschenrechts- und Naturschutz-Aktivisten Nasheed bei der ersten demokratischen Wahl auf der Inselgruppe 2008 unterlegen. Ein Oppositionssprecher forderte, Nasheed festzunehmen und ihm wegen Korruption und Machtmissbrauch den Prozess zu machen.

Paradies für Taucher

Die Malediven bestehen aus 1190 Inseln im Indischen Ozean, von denen nur rund 200 bewohnt sind. Tourismus und Fischerei sind die Haupteinnahmequellen der muslimischen Bewohner. Die Inseln sind bei westlichen Urlaubern - und wegen ihrer Korallen- und Fischvielfalt besonders bei Tauchern - sehr beliebt. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Touristen angesichts der Unruhen von einem Besuch der Hauptinsel Male ab. Auf der Flughafeninsel und in den Ferienressorts sei die Lage ruhig.

wl/SC (dpa,dapd,rtrr,afp)