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Welt

Präsident bittet um Verzeihung für Massaker

In El Salvador hat Präsident Funes um Vergebung gebeten für ein Massaker, das die Armee vor gut 30 Jahre in einem Dorf verübte. Damals waren 1000 Dorfbewohner von einer Sondereinheit des Militärregimes ermordet worden.

Porträt Mauricio Funes (Foto: Reuters)

Präsident Funes, Ex-Guerillero der FMNL, erinnerte an das Ende des Bürgerkriegs

Es sei ein "abscheulicher Verstoß gegen die Menschenrechte" gewesen, sagte Staatschef Mauricio Funes am Ort der Tat, im Dorf El Mozote im Nordosten der Hauptstadt San Salvador.

Während des Bürgerkriegs in El Salvador hatten Soldaten einer Spezialeinheit zwischen dem 11. und 13. Dezember 1981 etwa 1000 Dorfbewohner ermordet, denen sie eine Kooperation mit Rebellen vorwarfen. Unschuldige wurden gefoltert und umgebracht, Frauen und Mädchen von der so genannten Todesschwadron sexuell missbraucht.

Möglicherweise handele es sich um das größte Massaker im heutigen Lateinamerika, sagte Funes bei einer Zeremonie anläßlich des Friedenvertrags, der am 16. Januar vor 20 Jahren zwischen der damaligen Militärregierung und den Rebellen der früheren linksgerichteten Guerilla-Organisation FMNL geschlossen wurde.

Verantwortliche namentlich erwähnt

Insgesamt kamen etwa 75.000 Menschen während des Bürgerkriegs in den Jahren 1980 bis 1992 ums Leben, 8000 werden vermisst. Es seien zahllose Akte der Barbarei sowie der Verletzung von Menschenrechten begangen worden, betonte Funes.

In einer weiteren Geste erwähnte er die Namen der drei ranghöchsten Chefs der Spezialeinheit Atlacatl, die nach einer Untersuchung aus dem Jahr 1993 die direkten Verantwortlichen für das Massaker waren.

Im Namen der Opfer forderte María Dorila Márquez die Bestrafung der Schuldigen. Die Straffreiheit müsse ein Ende haben, verlangte sie.

uh/kle (dpa,afp)