Präsident bittet Demonstranten um Hilfe | Aktuell Europa | DW | 09.11.2015
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Aktuell Europa

Präsident bittet Demonstranten um Hilfe

Sechster Tag der Proteste in Rumänien: Auch Staatschef Iohannis spricht auf der Kundgebung. Die Zahl der Toten nach dem Brand in einer Bukarester Diskothek ist auf 45 gestiegen.

Inzwischen melden die rumänischen Behörden den 45 Todesfall nach dem verheerenden Feuer bei einem Rockkonzert in einer Diskothek in der Hauptstadt Bukarest vor neun Tagen. Vier weitere Patienten sind ihren schweren Brandverletzungen oder einem Organversagen durch Rauchvergiftungen erlegen, teilten die Ärzte mit. Viele Verletzte schweben noch in Lebensgefahr. Den sechsten Abend in Folge kam es zu Protesten gegen Versagen der Behörden und Korruption, wenn es auch nur noch etwa 1000 Teilnehmer waren.

Darunter auch Präsident Klaus Iohannis. Er wurde mit Pfiffen und Parolen empfangen. Der Staatschef wandte sich direkt an die Demonstranten, zeigte Verständnis für ihr Anliegen und bat sie schließlich um Unterstützung für notwendige Reformen in dem Land.

Die Demonstranten verlangen einen "tiefgreifenden Wandel" in Rumänien. Iohannis rief ihnen auf dem Universitätsplatz in Bukarest zu: "Nur zusammen können wir diesen Wandel schaffen, weder ihr allein schafft das, noch ich allein."

Tausende Rumänen sind seit dem Brand auf die Straße gegangen, um ihre Wut über die offenbar mangelhaften Brandschutzvorkehrungen in dem Musikclub, über Vetternwirtschaft und Missstände in den Behörden zum Ausdruck zu bringen. Auch Iohannis hatte nach dem folgenschweren Brand eine "Inkompetenz der Behörden" angeprangert und ein Ende der Korruption gefordert.

Nach den Massenprotesten war Ministerpräsident Victor Ponta am Mittwoch zurückgetreten. Iohannis kündigte an, ab sofort mit den politischen Parteien und den Gruppierungen der Zivilgesellschaft über eine neue Regierung zu beraten.

SC/ml (afp, rtre, dpa)