Präsident Ali Bongo in Gabun wiedergewählt | Aktuell Afrika | DW | 31.08.2016
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Aktuell Afrika

Präsident Ali Bongo in Gabun wiedergewählt

Vieles an der Wahl in dem kleinen zentralafrikanischen Land war schon im Vorfeld umstritten. Nach der Abstimmung gibt es weiterhin Unklarheiten. So erklärten sich zum Beispiel gleich zwei Kandidaten zum Sieger in Gabun.

Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Gabun ist denkbar knapp ausgefallen: Mit 49,80 Prozent habe der amtierende Präsident Ali Bongo (Artikelbild) die meisten Stimmen gewonnen, teilte der gabunische Innenminister mit. Sein aussichtsreichster Gegenkandidat Jean Ping kam auf 48,23 Prozent.

Knapp 630.000 Stimmberechtigte waren am Samstag zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts aufgerufen. Noch bevor ein Ergebnis verkündet wurde, hatte sich der Oppositionskandidat Jean Ping zum Sieger erklärt. In der Hauptstadt Libreville erklärte der 73-Jährige vor Unterstützern, er sei gewählt worden. "Ich warte nun darauf, dass der scheidende Präsident mich anruft, um mir zu gratulieren."

Jean Ping bei Präsidentenwahl in Gabun (Foto: Reuters)

Er trat an, um Ali Bongo abzusetzen: Jean Ping

Pings Wahlprogramm

Ping galt als Bongos Hauptkonkurrent und ist bei vielen Einwohnern Gabuns populär. Der ehemalige Präsident der Kommission der Afrikanischen Union trat für politische Reformen an und kritisiert die Justiz als korrupt und unglaubwürdig. In seinen Wahlreden setzte Ping außerdem auf mehr Demokratie, versprach eine Verbesserung der Infrastruktur und Entwicklung im Gesundheitssektor.

Pings Lager hatte schon vor der Präsidentschaftswahl von Betrug gesprochen, weil ein Gericht erlaubt hatte, dass zusätzliche Wählerlisten für Soldaten erstellt wurden. Diese durften auch außerhalb ihres Stimmbezirks wählen. Die Opposition kritisierte, dass dadurch mehrfache Stimmabgaben möglich gewesen seien.

Gabun Präsidentenwahl in Libreville (Foto: picture alliance/abaca)

Schlange vor einem Wahllokal in Gabuns Hauptstadt Libreville

Bongos Wahlversprechen

Ali Bongo ist bereits seit 2009 Präsident - er folgte auf seinen Vater Omar Bongo Ondimba, der das Land 42 Jahre lang autokratisch regierte. Für die Zukunft versprach er mehr Arbeitsplätze und die Fortentwicklung der gabunischen Wirtschaft.

Trotz reicher Ölvorkommen lebt ein Drittel der 1,7 Millionen Einwohner Gabuns in Armut. Von den Einnahmen aus dem Export von Öl, Tropenholz und Edelmetallen profitiert bislang vor allem eine kleine politische Elite, die die Staatsgeschäfte beinahe unter sich ausmacht.

nin/stu (afp, rtr)