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Reise

Prämierter Sinn für Romantik

Der romantische Rhein wird geadelt: Das Rheintal zwischen Bingen und Koblenz soll zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben werden.

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Hier ist der Rhein besonders schön

Der Aachener Dom, die Zeche Zollverein in Essen und nun vielleicht auch der Rhein werden bald eines gemeinsam haben: Weltkulturerbe der UNESCO zu sein. Das Rheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz, das Mittelrheintal, hat beste Aussichten als weiteres schützenswertes Naturdenkmal auf die Liste gesetzt zu werden. So verlautet es jedenfalls aus den Büros der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur in Paris. Der Zusammenklang von Natur und Kultur, vom Menschen über Jahrhunderte gestaltet, sei am Mittelrhein im etwa 50 Kilometer langen Tal "in einer Intensität und Dichte erhalten, wie sonst nirgends an den großen Flusslandschaften in Europa".

Der Rhein so schön ...

Petersberg und der Rhein

Der Rhein bei Königswinter

Das findet auch der Internationale Denkmalrat (ICOMOS) in Paris, der die Aufnahme des Mittelrheintals in die Liste des kulturellen Welterbes schließlich empfohlen hat. Den Rhein befinde man zwischen Bingen und Koblenz mit seinen Burgen, Schlössern, mittelalterlichen Orten, Städtchen und berühmten Weinlagen als so schön, dass dies als "einmalige und unverwechselbare Kulturlandschaft erhalten und entwickelt werden sollte", so die Denkmal-Experten. Und das werde unter dem besonderen Schutz der UNESCO geschehen.

200 Jahre "Romantischer Rhein"

Loreley

Gemälde von Loreley, der Rheinnixe

Und weil schon die deutschen Dichter und Denker den Rhein vor 200 Jahren so schön fanden, dass sie dem deutschen Fluss Lieder und Lyrik widmeten, lautet das Motto dieses Jahr "200 Jahre Rheinromantik". Denn 1802 unternahm Clemens von Brentano zusammen mit seinem späteren Schwager Achim von Arnim eine zu Literatur gewordene Rheinreise: Die beiden sammelten auf ihrer Rheinfahrt Sagen und Balladen, die sie später in der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" zusammenfassten - unter anderem auch die "Loreley". Ein Vierteljahrhundert später machte sie Heinrich Heine zur weltberühmten Symbolfigur des romantischen Rheins. Und auch internationale Touristen waren von dem malerischen Fluss begeistert: 1817 wanderte William Turner, immer den Skizzenblock griffbereit, in der Manteltasche von Köln nach Mainz.

Knallende Sektkorken auf dem Rhein

Für das Projekt "Welterbe Mittelrhein" haben sich alle
Kommunalparlamente entlang des Stroms, die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Hessen sowie die Bundesregierung engagiert. Und dann will man die Sektkorken knallen lassen: "Wenn die Entscheidung im Juni endgültig gefallen ist, werden wir alle feiern", freut sich der rheinland-pfälzische Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig. 250 kulturelle Veranstaltungen soll es in diesem Jahr zwischen Düsseldorf, Köln und Bingen geben. Davon finden allein gut 100 in Bonn statt. Und natürlich freuen sich die Stadtträger der anliegenden Rhein-Stadt wie Bonn, dass sie so zum "Eingangstor" für den romantischen Rhein avancieren. Sogar ein neues Musikfestival unter dem Motto "Mittelrhein Musik Momente" will mit herausragenden Musikern aus aller Welt zum Gelingen der Feierlichkeiten anlässlich des rheinischen Weltkulturerbes beitragen. Mit dem richtigen Wein von den Hängen entlang des Rhein kann das künftige Weltkulturerbe dann gebührend "begossen" werden. (ddp/pt)

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