Postbus geht an Flixbus | Wirtschaft | DW | 03.08.2016
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Wirtschaft

Postbus geht an Flixbus

Flixbus baut seine Position als deutscher Fernbus-Marktführer weiter aus. Für die Deutsche Post waren die Busse ein Minusgeschäft. Ihr Kerngeschäft beschert der Post hingegen Rekordgewinne.

Es wird einsamer auf dem deutschen Fernbusmarkt: Das Fernbusgeschäft der Deutschen Post werde an den Marktführer Flixbus verkauft, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die "Erwartungen an die Wirtschaftlichkeit dieser Dienstleistung" hätten sich nicht erfüllt, sagte der Geschäftsführer der Deutsche Post Mobility GmbH, Joachim Wessels. Das Geschäft sei defizitär gewesen, so Finanzchef Larry Rosen. "Es war wirtschaftlich unattraktiv." Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Ende Juni hatte Flixbus bereits den britischen Konkurrenten Megabus übernommen und damit seine europaweite Expansion vorangetrieben. Anfang des Jahres besaß das im Februar 2013 gegründete Unternehmen nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iges in Deutschland einen Marktanteil von 71 Prozent - vor Postbus mit zehn Prozent. Derzeit fährt Flixbus 900 Ziele an, rund 450 davon im deutschsprachigen Raum. Postbus bietet Verbindungen zu 112 Zielen an, etwa 85 davon in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die ersten Postbus-Linien sollen ab November in das Flixbus-Netz integriert werden. Der Deal werde Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein zufolge zusätzliche Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich bringen.

Der Postbus war im November 2013 als Kooperation mit dem ADAC an den Start gegangen. Der Autoclub stieg ein Jahr später aus dem Projekt aber wieder aus, die Post betrieb das Geschäft alleine weiter.

Stärkstes zweites Quartal der Unternehmensgeschichte

Die Deutsche Post konzentriert sich nun wieder auf ihr Kerngeschäft, das ihr im zweiten Quartal dieses Jahres einen Rekordgewinn beschert hat: Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 541 Millionen Euro und damit rund zwei Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Bonn mitteilte. "Wir sind nach dem stärksten zweiten Quartal in unserer Unternehmensgeschichte auf dem besten Weg, unsere Ziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Frank Appel mit Blick auf das Gesamtjahr.

Im vergangenen Jahr lasteten unter anderem Abschreibungen in einer Höhe von gut einer halben Milliarde Euro auf der Bilanz, zudem hatte der Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi den Konzern gebremst.

Der deutliche Gewinnanstieg wurde auch durch die Fortschritte bei der Sanierung der Frachtsparte möglich. Der Bereich - in den vergangenen Jahren Sorgenkind des Konzerns - steigerte den operativen Gewinn (Ebit) um 72,5 Prozent auf 69 Millionen Euro. Auch das Express- sowie das Paketgeschäft legten deutlich zu.

Der Bonner Konzern profitiert auch weiter von der Porto-Erhöhung in Deutschland. Der Konzern hatte die Preise zum Jahreswechsel so deutlich angehoben wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Beim Massenprodukt Standardbrief stieg das Porto von 62 auf 70 Cent.

hmf/ wen (afp, dpa, rtr)