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Wirtschaft

Post wächst in Asien

Die Deutsche Post will ihr Logistik-Geschäft in Asien stärker ausbauen, kündigte Postchef Frank Appel in Shanghai an. Schon jetzt wird ein Fünftel des Logistik-Umsatzes in dieser Region erzielt - Tendenz steigend.

Ein DHL-Lastwagen in Hongkong (Foto: Deutsche Post AG)

Sinkende Gewinne im Briefgeschäft werden durch Wachstum der Logstik ausgeglichen

Post-Chef Frank Appel (Foto: Deutsche Post AG)

Post-Chef Frank Appel: In China gut aufgestellt

Die Deutsche Post will sich stärker in Asien engagieren. Diese Region sei der größte Wachstumsmarkt für die Logistik-Tochter DHL, sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel in Shanghai. Unter der Marke DHL betreibt die Post weltweit ihre Geschäftsbereiche Express, Spedition und Vertragslogistik. Mehr als 18 Prozent des Umsatzes entfielen im ersten Halbjahr 2010 auf Asien. Das waren rund 4,5 Milliarden Euro. DHL hat dort mit einer Zunahme um 40 Prozent das stärkste Wachstum erreicht. Appel erwartet, dass diese Entwicklung trotz der noch nicht ausgestandenen internationalen Finanzkrise weiter nach oben geht und verstärkt deshalb das Engagement der Post in Asien. Der größte Markt dieser Region ist China. Dort beschäftigt DHL zurzeit rund 16.300 Mitarbeiter. Weltweit sind es bei der Post rund eine halbe Million.

In China sei DHL sehr gut aufgestellt, meint Appel. Alle Wettbewerber, wie TNT, UPS und Fedex, seien in den jeweiligen Geschäftsfeldern kleiner als DHL. Seit mehr als 24 Jahren habe die Post ein Gemeinschaftsunternehmen mit der staatlichen chinesischen Logistikgesellschaft Sinotrans. Inzwischen sei sie der führende Express- und Logistikdienstleister im Land geworden. Durch den Ausbau des Verteilnetzes, neue Branchenkonzepte und eine ständige Verbesserung der Dienstleistungen will Appel die Marktposition in China weiter ausbauen. In China, Hongkong und Taiwan hat die Post bis heute rund 1,2 Milliarden Euro investiert, unter anderem für den Bau des zentralen Luftfrachtknotenpunktes in Hongkong, eine neue Verwaltungszentrale zusammen mit Sinotrans in Peking und die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen mit Cathay Pacific und Air Hongkong. Die Einrichtung eines Luftknotens für Nordasien in Shanghai für 175 Millionen US-Dollar wird in diesem Jahr vollendet.

Kundenzufriedenheit oberstes Ziel

DHL-Mitarbeiter im Frachthub Hongkong (Foto: Deutsche Post AG)

DHL-Drehkreuz Hongkong: Schneller wachsen als der Markt

Der Luftfrachtknoten in Hongkong gehört zu den weltweit drei größten Verteilzentren von DHL, neben Cincinnati in den USA und Leipzig. Er wurde 2004 eröffnet und vier Jahre später schon in seiner Kapazität verdoppelt. 120.000 Sendungen werden dort jeden Tag verschickt. 96 Prozent erreichten ihr Ziel zeitgerecht, sagt die Chefin Cindy Lau. 860 Tonnen werden dort pro Tag auf den Weg gebracht, davon 20 Prozent nach Europa, 20 Prozent in die USA und 60 Prozent in die umliegenden asiatischen Länder. Im nächsten Jahr werde die Kapazität um zehn Prozent erhöht, berichtet Lau.

Mit möglichst reibungslosen Diensten will die Post weitere Kunden gewinnen. Sie sei so etwas wie das Rückgrat der Wirtschaft, meint Appel. Solange es funktioniere, bemerke es niemand. Wie wichtig es sei, falle erst auf, wenn es Störungen gebe. Kundenzufriedenheit hat er deshalb als oberstes Ziel der neuen Poststrategie ausgemacht. Zu den Kunden, die offenbar zufrieden sind, gehört auch der zweitgrößte Ausrüster für Telekommunikation, Huawei. DHL habe entscheidend dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen von einem lokalen Anbieter in China zu einem multinationalen Unternehmen entwickelt habe, meint Appel. Was mit einzelnen Aufträgen begann, hat sich für DHL zu einem Vertragsvolumen von 100 Millionen Euro entwickelt. Einen weiteren Vertrag mit einem neuen Kunden in weltweiter Größenordnung will die Post demnächst bekannt geben.

Neue Ideen in Shanghai

Luftbild von Shanghai (Foto: apn)

Neue Ideen für die Weltausstellung in Shanghai

Zusammen mit anderen deutschen Unternehmen wie Daimler und Bosch hat die Post Geld gegeben, um im Themenpavillon der Weltausstellung in Shanghai neue Ideen vorzustellen, die zur Lösung globaler Probleme beitragen. Da geht es darum, wie die großen Städte, die ständig wachsen, weniger aufwendig mit Waren versorgt werden können, etwa durch die Berechnung einer möglichst kurzen Route, die Bündelung von Transporten und den Einsatz von Elektroautos. Zugleich werde damit der Ausstoß von Kohlendioxid verringert und die Erwärmung der Atmosphäre gedämpft, sagt Appel. Mit einem Aufschlag für "grüne Pakete" finanziert die Post Klimaschutzprojekte, zum Beispiel die Anpflanzung von Wäldern und den Bau von Windparks. Logistik müsse nachhaltig werden, verlangt Appel. Die Post will deshalb bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid um 30 Prozent gegenüber 2007 senken.

Am besten könne Nachhaltigkeit durch Zusammenarbeit von Unternehmen erreicht werden, auch durch Kooperationen von Wettbewerbern, meint Appel. Dann müssten keine halbvollen oder leeren Transporter verschiedener Logistikunternehmen mehr fahren, hofft er. Für jede Dienstleistung der Branche werde künftig der Ausstoß von Kohlendioxid angegeben werden und mit einem Preis versehen werden müssen.

Webseite des e-Postbriefs (Quelle: https://adresse-sichern.epost.de/)

Elektronischer Brief der Post: Keine neuen Nutzerzahlen

"Grüne" Transportleistungen würden von 51 Prozent der Verbraucher und 57 Prozent der Geschäftskunden einer kostengünstigen Lösung vorgezogen, hat eine Umfrage der Post ergeben. Überraschend ist, dass in Asien mehr Konsumenten bereit sind, dafür einen höheren Preis zu bezahlen (84 Prozent) als in den westlichen Industrieländern (50 Prozent).

Im Konzern der Deutschen Post gebe es derzeit keine Großbaustellen, sagte Appel in Shanghai. Das Geschäft sei in den letzten Monaten gut bis sehr gut gelaufen. Er sei sich sicher, dass der vorausgesagte Betriebsgewinn ohne Einmaleffekte von 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro in diesem Jahr erreicht werden könne. Die Anmeldungen für die neue Dienstleistung elektronischer Brief entwickelten sich erfreulich, teilte Appel mit. Neue Zahlen dazu wollte er aber nicht bekannt geben. Die letzte Angabe waren 250.000 Registrierungen kurz nach dem Start des Dienstes Mitte Juli.

Autor: Wolfgang Koch
Redaktion: Rolf Wenkel

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