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Asien

Positive Entwicklung in Kundus

Tragen die Anstrengungen der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF und der einheimischen Sicherheitskräfte in Kundus langsam Früchte? Die Region jedenfalls scheint sicherer geworden zu sein.

Umriss eines Soldaten mit Gewehr in der Dämmerung (Foto: picture alliance / dpa)

Vorsichtiger Optimismus: In Kundus soll der Einfluss der Aufständischen zurückgegangen sein

Ende Januar wird der Bundestag über eine Verlängerung des Militäreinsatzes in Afghanistan entscheiden - ein Einsatz, dem der Großteil der Deutschen sehr skeptisch gegenüber steht. Nicht zuletzt deshalb, weil im Jahr 2010 mehr deutsche Soldaten getötet wurden als je zuvor. Doch diese Zahlen spiegeln nicht das vollständige Bild wider. So zeichnen sich im Raum Kundus Erfolge ab. Für Entwarnung ist es nach Ansicht von Generalmajor Hans-Werner Fritz zwar nach noch zu früh. Aber immerhin kann der Kommandeur des ISAF-Regionalkommandos Nord in Afghanistan vermelden, dass um Kundus der Einfluss der Aufständischen geringer geworden ist.

Das bestätigt auch der afghanische Journalist Gul Rahim Niazman vom Institut für Friedens- und Konfliktforschung in Kundus. "In den vergangenen Wochen hat sich die Sicherheitslage verbessert." So sei es den ISAF-Truppen gelungen, das Zentrum der Aufständischen - das Gebiet Gultappa - zurückzuerobern. In einigen Regionen hätten die Aufständischen allerdings noch immer die Kontrolle und hielten Dörfer besetzt.

Ein Soldat der Bundeswehr auf Patroullie in Kundus (Foto: dpa-Bildfunk)

Ein Soldat der Bundeswehr auf Patroullie in Kundus

Das Telefon als Zeichen für Verbesserung

Doch dass es insgesamt in der Provinz Kundus sicherer geworden ist, das spürt die Bevölkerung an Kleinigkeiten. Zum Beispiel daran, dass sie nachts wieder telefonieren kann. Im Frühjahr 2010 hatten die Taliban ein nächtliches Mobiltelefon-Verbot verhängt. Bei diversen Netz-Anbietern hatten sie eine Sperre in der Region um Kundus durchgesetzt.

Mit dieser verordneten "Funkstille" zwischen 18 und 6 Uhr ist es jetzt vorbei. "Jetzt geht das Handynetz endlich wieder", freut sich die Schülerin Saghar. Und für Mohammed Qadir aus Kundus ist das wieder funktionierende Netz ein deutlicher Indikator. "Das stellt den Erfolg der Regierung unter Beweis."

Der Wunsch nach Frieden

Militärfahrzeuge der Bundeswehr Distrikt Chardarrah in der Provinz Kundus (Foto: dpa)

Militärfahrzeuge der Bundeswehr Distrikt Chardarrah in der Provinz Kundus

Im Frühjahr 2010 hatte die ISAF-Offensive in der Region begonnen. Viele Afghanen hätten die Internationalen Truppen unterstützt und auf Sprengfallen und mögliche Angriffe der Taliban hingewiesen, so Generalmajor Fritz in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Bevölkerung sehne sich nach einem Ende der Gewalt und nach Sicherheit, ist der Kommandeur des Regionalkommandos Nord überzeugt. Neben den Internationalen ISAF-Truppen ist auch die afghanische Polizei dafür zuständig, dass aus diesem Traum eines Tages Realität werden kann. Der Polizist Nadjibullah aus Chardarrah in der Provinz Kundus beispielsweise hat es sich persönlich zum Ziel gesetzt, für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

"Ich verspreche den Menschen, dass die Taliban in kürzester Zeit von hier vertrieben werden. Solange wir hier sind, haben die Feinde keine Chance, wir lassen es nicht zu, dass die Taliban hier bleiben." Für Ende Januar ist eine weitere Großoffensive gegen die Taliban angekündigt.

Autoren: Ute Hempelmann / Waslat Hasrat-Nazimi
Redaktion: Tamas Szabo / Esther Felden