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Aktuell Welt

Portugiese Guterres möglicher Nachfolger für UN-Chef Ban Ki Moon

Ende des Jahres tritt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ab. Langsam lichtet sich das Feld möglicher Nachfolger. Als Favorit gilt ein Mann aus Portugal, der auf internationalem Parkett viel Erfahrung mitbringt.

USA Antonio Guterres in New York

Der neue Mann? Antonio Guterres

Antonio Guterres aus Portugal ist der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks. Er hat nach Berichten aus New York gute Aussichten auf die Wahl zum neuen UN-Generalsekretär. In einer ersten Abstimmungsrunde im Weltsicherheitsrat setzte er sich gegen seine elf Mitbewerber durch, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Sloweniens ehemaliger Präsident Danilo Türk landete demnach knapp dahinter auf dem zweiten Platz. Der Sicherheitsrat will sich bis Oktober auf einen Kandidaten einigen.

Nach Monaten der Bewerbungsgespräche und Anhörungen kamen die Vertreter der 15 Mitgliedstaaten an diesem Donnerstag in New York zusammen, um in geheimer Abstimmung eine erste Bewertung der bislang zwölf Kandidaten abzugeben. Der Nachfolger für UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird zum Jahreswechsel gesucht, da Bans Mandat am 31. Dezember abläuft. "Guterres ist der Mann, den es zu schlagen gilt", sagte ein UN-Diplomat nach der Abstimmung. Demnach wurde der Portugiese von zwölf Mitgliedstaaten für gut bewertet. Danilo Türk erhielt elf positive Einschätzungen. Ebenfalls noch im Rennen: die aus Bulgarien stammende Unesco-Chefin Irina Bokova, die neun Stimmen bekam.

UN Ban Ki Moon New York

Der "alte" Mann: Ban Ki Moon

Eine zweite Wahlrunde soll bereits in der kommenden Woche stattfinden. Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen.

"Wir suchen nach jemanden mit ausgeprägten Führungs- und Managementqualitäten", sagte die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power, vor Beginn der geheimen Beratungen. Die Einschätzung der USA ist wichtig, weil bisherige Generalsekretäre ein Lied davon singen könnten, dass Washington die Arbeit des UN-Chefs nicht unbedingt leichter machen kann. Unter den möglichen Nachfolgern sind sechs weibliche Kandidaten, zum Beispiel die neuseeländische Ex-Regierungschefin Helen Clark.

Höchste Zeit für eine Frau?

Sollte eine Frau das Rennen machen, wäre dies eine Premiere in der Geschichte der Vereinten Nationen. Auch ein Osteuropäer stand bislang noch nie an der Spitze der Weltorganisation. "Es ist höchste Zeit für eine Frau", sagte der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft in New York - vielleicht unter dem Eindruck der neuen Bewohnerin von 10 Downing Street.

Auch der französische UN-Botschafter François Delattre äußerte sich am Rande der ersten Abstimmung in New York. Er nannte "Führungsstärke, diplomatisches Geschick und Mehrsprachigkeit" als wichtige Kriterien. Der neue Generalsekretär müsse Entschlossenheit zeigen und eine klare Vorstellung davon haben, wie die UN in diesen schwierigen Zeigen zu führen sei.

ml/ago (afp,ap)