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Sport

Porträt: Eisschnelllauf-Team der Frauen

Die deutschen Eisschnellläuferinnen holen Gold im Team-Rennen. Das Trio Stephanie Beckert, Daniela Anschütz-Thoms und Katrin Mattscherodt setzt sich gegen Japan durch. Anni Friesinger-Postma sicherte die Finalteilnahme.

Das Halbfinale: Friesinger-Postma, Beckert, Anschütz-Thoms (v.l.). (Foto: AP/Kevin Frayer)

Hier noch im Halbfinale: Friesinger-Postma, Beckert und Anschütz-Thoms (v.l.)

Die Ziellinie überquerten sie noch in geduckter Haltung, dann rissen Stephanie Beckert, Daniela Anschütz-Thoms und Katrin Mattscherodt fast synchron die Arme in die Höhe: Das Trio ist in einem dramatischen Team-Wettbewerb ohne die völlig entkräftete "Stolperkönigin" Anni Friesinger-Postma zur Goldmedaille gerast und hat an einem denkwürdigen Finaltag der deutschen Eisschnelllauf-Mannschaft in Richmond doch noch den ersehnten ersten Olympiasieg beschert. Im Ziel des Endlaufes hatte der "Deutschland-Express" ganze zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf Japan. Schon das Halbfinale gegen die USA wird einen Ehrenplatz in den deutschen Olympia-Annalen erhalten. In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Schlussrunde stolperte Friesinger-Postma mehrfach, lief weit hinter ihren Partnerinnen hinterher und rutschte am Ende verzweifelt und völlig entkräftet bäuchlings über die Ziellinie, aber es reichte fürs Finale.

Friesinger-Postma, Pechstein und Anschütz-Thoms (v.l.) bei ihrem Gold-Rennen 2006 in Turin. (Foto: AP/Koji Sasahara)

Friesinger-Postma, Pechstein und Anschütz-Thoms (v.l.): bei ihrem Gold-Rennen 2006 in Turin

Friesinger-Postma und Anschütz-Thoms wiederholten damit ihren Team-Olympiasieg von Turin, wo sie vor vier Jahren mit Claudia Pechstein triumphiert hatten. Den beiden Golden Girls gelang damit nach enttäuschend verlaufenen Einzelstarts doch noch ein glorreiches Ende ihrer olympischen Karrieren.

Friesinger-Postma: rettete 2010 doch noch die Finalteilnahme. (Foto: AP/Matt Dunham)

Friesinger-Postma: rettete 2010 doch noch das Finale

Friesinger-Postma wurde 1977 in Bad Reichenhall geboren. Vor den Mannschafts-Olympiasiegen von Vancouver und Turin wurde sie 2006 in Italien auch noch Olympiadritte über 1000 m, feierte 2002 olympisches Gold in Salt Lake City über 1500 m, holte 1998 in Nagano Bronze über 3000 m und ist 16-malige Weltmeisterin. Ihre Karriere will Friesinger-Postma nach der Einzelstrecken-WM im kommenden Jahr in ihrer alten Heimat Inzell beenden.

Die 1974 in Erfurt geborene Anschütz-Thoms feierte neben den beiden Olympiasiegen von Vancouver und Turin, 2005 auch die Weltmeisterschaft in der Teamverfolgung. Dreimal wurde sie WM-Dritte und holte einen Weltcupsieg. Die 35-Jährige hat das Ende ihrer Laufbahn noch nicht angekündigt.

Katrin Mattscherodt: 2010 der Beginn einer großen Karriere? (Foto: dpa)

Katrin Mattscherodt: 2010 der Beginn einer großen Karriere?

Stephanie Beckert holte nach zweimal Silber über die Langstrecken ihr erstes olympisches Gold und ist damit nach Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien die erfolgreichste Kufenflitzerin in Richmond. Zudem krönte sich die 21-jährige Erfurterin zur jüngsten deutschen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin seit 30 Jahren. 2009 wurde sie WM-Vierte 2009 über 5000 m.

Für Katrin Mattscherodt war es der erste große Sieg ihrer Karriere. Die 1981 in Berlin geborene Eisschnellläuferin wurde vor ihrem Sieg in der Teamverfolgung 13. in Vancouver über 3000 m.

Autor: Calle Kops

Redaktion: Joscha Weber