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Kultur

Portigon-Sammlung: Kunst soll im Land bleiben

Kunstwerke und Musikinstrumente aus der Portigon-Sammlung sollen unter nationalen Kulturschutz gestellt werden. Das gab das NRW-Kulturministerium bekannt. Dann dürften sie nicht mehr im Ausland versteigert werden.

Am Donnerstag (05.02.2015) kamen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur zu einem "Runden Tisch" zusammen, um darüber zu beraten, was mit den Kunstwerken aus der Portigon-Sammlung geschehen soll. Portigon ist aus der Landesbank WestLB hervorgegangen und will rund 400 Kunstwerke im Zuge der Abwicklung der Bank verkaufen. Doch das Land ist vorsichtiger geworden, denn schon die Versteigerung zweier Warhol-Bilder im November 2014 des Casino-Betreibers Westspiel führte bundesweit zu Protesten. Museumsleiter und Kulturschaffende kritisierten die Versteigerung der Kunstwerke. Das Unternehmen ist eine Tochter der landeseigenen NRW-Bank.

Kunstwerke sollen unter nationalen Kulturschutz gestellt werden

Das Kulturministerium des Landes Nordrhein-Westfalen will daher nun drei Musikinstrumente, darunter zwei wertvolle Stradivaris, und neun Kunstwerke aus der Portigon-Sammlung unter nationalen Kulturschutz stellen. Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Ute Schäfer hat den zuständigen Sachverständigenausschuss mit der Prüfung der Werke von Giovanni di Paolo, Paul Signac, August Macke, Eduardo Chillida, Henry Moore, Max Ernst, Dieter Roth, Fritz König und Fritz Winter beauftragt.

Die Nordrhein-Westfälische Kultur- und Familienministerin Ute Schäfer

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Ute Schäfer

Es sei "wahrscheinlich", dass diese Werke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts eingetragen würden, sagte Schäfer. Dies bedeute, dass die Kunstwerke nicht mehr ausgeführt , also zum Beispiel im Ausland versteigert werden dürften. Weitere 60 Kunstwerke würden aktuell fachlich bewertet, teilte die Ministerin mit.

Künstler kritisieren den "Ausverkauf"

Gleichzeitig wird wieder Kritik laut. Der Künstler Günther Uecker spricht von "Schande". Die Bilder jetzt zu veräußern, um finanzielle Missstände, die man selber erzeugt habe, damit auszugleichen, sei eine Schande, erklärte er. Auch Heinz Mack kritisierte den "Ausverkauf" der Kunst. "Politiker haben eine Autonomie und Eigendynamik entwickelt, die sie zu unverantwortlichen Taten verleitet", sagte der Künstler gegenüber der Zeitung "Rheinische Post".

rey/sd (dpa, Rheinische Post)

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