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Wirtschaft

Porsche macht Milliardenverlust

Der Motor stottert bei Porsche: Der Sportwagenbauer fährt einen Milliardenverlust ein. Grund dafür ist vor allem die geplatzte VW-Übernahme. Auch im kommenden Jahr bleibt Porsche in den roten Zahlen.

Ein Monteur kontrolliert einen Porsche Panamera im Porschewerk in Leipzig (Foto: AP)

Lack ab: Porsches Bilanzzahlen glänzen nicht mehr

In den Bilanzen für das Geschäftsjahr 2008/2009 steht ein sattes Minus: 3,6 Milliarden Euro nach Steuern machte die Porsche Holding Verlust, wie die Stuttgarter Konzernleitung mitteilte. Damit musste Porsche einen beispiellosen Gewinneinbruch von 10 Milliarden Euro hinnehmen: Im Vorjahr hatte das traditionsreiche Unternehmen dank der Beteiligung am wesentlich größeren VW-Konzern noch einen Rekordgewinn von 6,4 Milliarden Euro verbucht.

Porsche-Chef Michael Macht steht auf der IAA neben einem Porsche 911 turbo. (Foto: AP)

Der neue Porsche-Chef Michael Macht übernimmt eine schwere Aufgabe: Porsche hat mehr als elf Milliarden Euro Schulden und muss sparen

Mit dem VW-Geschäft hatte sich Porsche ganz offensichtlich übernommen: Der 51-prozentige Anteil an VW der 50-prozentige Anteil an der Porsche AG drücken mächtig auf das Ergebnis der Zuffenhausener, wie der neue Porsche-Finanzchef, Hans Dieter Pötsch, auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart sagte. "Diese strukturellen Änderungen im Porsche-Konzernabschluss würden nach heutigem Kenntnisstand im Saldo zu einem Verlust im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich führen", meinte der Porsche-Manager, der auch die Finanzen von VW verantwortet.

Auch der Autoverkauf brach ein

Ein weiterer, wenngleich weniger gravierender Grund für die Misere bei Porsche ist das operative Autogeschäft. Porsche setzte im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich weniger Autos ab. Mit 75.238 verkauften Sport- und Geländewagen sank der Absatz um satte 24 Prozent. Eine Entwicklung, die das Ergebnis im Jahresvergleich von rund einer Milliarde auf 700 Millionen Euro absacken ließ. In Deutschland konnte Porsche offensichtlich weniger stark von der Abwrackprämie profitieren als Hersteller von kleineren Fahrzeugen. Bei den Aussichten für das laufende Geschäftsjahr hielt man sich bei Porsche bedeckt und legte keine konkreten Zahlen vor. Man hoffe jedoch auf eine Belebung der Märkte im kommenden Jahr, hieß es in Stuttgart.

Vor dem Porsche Center in Stuttgart-Zuffenhausen hält der Fotograf ein VW-Logo in die Kamera (Foto: dpa)

Goaliath schluckt David: VW hat den Machkampf mit Porsche gewonnen

Porsche hält seit Beginn dieses Jahres knapp 51 Prozent an VW. Nach der gescheiterten Machtübernahme wird Volkswagen Porsche voraussichtlich noch in diesem Jahr einen Anteil von 49,9 Prozent an der Porsche AG abkaufen, die das Fahrzeuggeschäft umfasst. Durch diesen Verkauf verliere die Porsche Holdinggesellschaft die alleinige Kontrolle an der AG, sagte Pötsch.

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, arbeitet in einem Buero im VW-Hauptsitz. (Foto: AP)

Sitzt bei Porsche mit am Tisch: VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn

Gleichzeitig betonte VW-Chef Martin Winterkorn, dass die Eingliederung von Porsche in den Volkswagen-Konzern noch Schwierigkeiten bereitet. "Vor uns liegt eine längere Wegstrecke. Und auf diesem Weg gilt es sicherlich noch einige Hürden zu nehmen", sagte Winterkorn, der auch versicherte, dass Porsche eine starke eigenständige Marke bleiben solle. Winterkorn will dem Sportwagenhersteller jedoch nun einen Sparkurs verordnen und den Schuldenabbau bei der Porsche-Holding vorantreiben.

Autor: Joscha Weber (dpa/ap/rtrd)

Redaktion: Henrik Böhme