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Wirtschaft

Porsche kauft ein Fünftel von Volkswagen

Sportwagenbauer Porsche steigt mit einer 20-Prozent-Beteiligung bei Europas größtem Autohersteller Volkswagen ein und wird stärkster VW-Aktionär. Eine Übernahme sei nicht geplant, sagte Porsche-Vorstandschef Wiedeking.

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Edelauto mit Topmanager: Porsche-Chef Wiedeking

Mit der Investition will die hochprofitable Stuttgarter Sportwagenschmiede seinen Partner VW langfristig vor einer feindlichen Übernahme schützen. Porsche gab diese Pläne am Sonntag (25.9.2005) bekannt. Porsche würde zum größten VW-Aktionär aufrücken. Nach Informationen aus Branchenkreisen lässt sich Porsche den Schritt rund drei Milliarden Euro kosten. Der genaue Kaufpreis dürfte allerdings von der weiteren Entwicklung des Börsenkurses abhängig sein. Porsche finanziert den Einstieg nach eigenen Angaben "aus der vorhandenen Liquidität". Erst Mitte September hatten Gerüchte, nach denen der US-Milliardär Kirk Kerkorian bei VW einsteigen wolle, den Aktienkurs auf bis zu 52,53 Euro getrieben, den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.

Investition, keine Übernahme

Angesichts der drohenden Aufhebung des VW-Gesetzes durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) will Porsche mit dieser "deutschen Lösung" einer Zerschlagung von Volkswagen durch Investoren wie dem US-Milliardär Kirk Kerkorian einen Riegel vorschieben. Eine Fusion der beiden Automobilbauer sei aber nicht geplant.

Porsche will bei VW einsteigen

Ein Porsche Boxter im Hintergrund, ein VW-Beetle vorne.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unterstrich in Stuttgart, die Beteiligung werde auf keinen Fall eine Schwelle erreichen, bei der Porsche ein öffentliches Angebot zur Übernahme von Volkswagen abgeben müsste. Dies wäre aus Sicht der Stuttgarter bei 20 Prozent nicht der Fall, sagte ein Unternehmenssprecher. Derzeit kann das Land Niedersachsen, mit 18,2 Prozent der größte Aktionär, jeden Übernahmeversuch aus dem Ausland bereits im Keim ersticken. Diese Sonderstellung beruht auf dem VW-Gesetz von 1960, gegen das die EU-Kommission vor dem EuGH klagt.

Eigene Unabhängigkeit soll gesichert werden

Der Porsche-Chef begründete den Schritt damit, dass Volkswagen für den Sportwagenhersteller nicht nur ein wichtiger Entwicklungspartner, sondern auch ein bedeutender Lieferant für etwa 30 Prozent des Absatzvolumens geworden sei. Mit der angestrebten Lösung wolle Porsche im eigenen Interesse die Unabhängigkeit des Volkswagen-Konzerns sicherstellen.

Die Gespräche mit VW über die Einzelheiten sollen zügig geführt werden, sagte ein Porsche-Sprecher. Derzeit sind zwei US-Investmentgesellschaften mit rund zehn und rund fünf Prozent nach dem Land Niedersachsen die größten Aktionäre bei VW. Porsche rechnet damit, dass der EuGH spätestens im Frühjahr 2007 die Aufhebung des VW-Gesetzes anordnet.

"Große Chance für das Automobilland Deutschland"

Die niedersächsische Landesregierung begrüßte den geplanten Einstieg. In dem Plan liege eine große Chance für das Automobilland Deutschland im Hinblick auf Qualität, Image und technische Innovation, hieß es in einer am Sonntag in Hannover verbreiteten Mitteilung: "Das Land steht zu seinem Engagement bei Volkswagen." (kap)

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