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Aktuell Europa

Poroschenko will Panzer nach Mariupol schicken

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist zu einem Besuch in der Frontstadt Mariupol eingetroffen. Den Bewohnern spricht er mit markigen Worten Mut zu. Die Waffenruhe in der Ostukraine hält bislang weitgehend.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat den Bewohnern Mariupols bei einem Besuch der Front-Stadt seine Unterstützung im Kampf gegen prorussische Separatisten zugesichert. "Dies ist unser ukrainisches Land und wir werden es niemanden überlassen", erklärte er über den Kurznachrichtendienst Twitter nach seinem Eintreffen in der strategisch wichtigen Hafenstadt im Südosten der Ukraine. Er habe militärische Verstärkung zur Verteidigung der 500.000-Einwohner-Metropole angeordnet in Form von Panzern und Raketenwerfern. Außerdem werde der Luftraum überwacht. "Der Feind wird eine vernichtende Niederlage erleiden."

Separatisten lassen Gefangene frei

Nach Angaben Prorschenkos haben die moskautreuen Rebellen bislang rund 1200 Gefangene an die Ukraine übergeben. Bei den Verhandlungen über die Waffenruhe hatten sich beiden Seiten auf einen Gefangenenaustausch geeinigt.

Mariupol ist eine der größten Städte in einem von den Separatisten beanspruchten Gebiet. Die strategisch wichtige Stadt am Asowschen Meer war am Freitag kurz vor der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten ins Zentrum der Kämpfe gerückt. Das ukrainische Militär hatte seine Stellungen verstärkt, als moskautreue Kämpfer mit gepanzerten Fahrzeugen auf die Stadt vorrückten.

Waffenruhe brüchig

Der Waffenstillstand in der Ostukraine wird nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bislang weitgehend eingehalten, ist aber instabil. Der russische OSZE-Botschafter Andrej Kelin erklärte, vereinzelte Verstöße gegen die Feuerpause sollten nicht überbewertet werden. "Wir sollten den generellen Trend betrachten: Heute ist Montag und wir sind glücklich, dass der Waffenstillstand im Großen und Ganzen hält." Nach Angaben des ukrainischen OSZE-Botschafters Ihor Prokoptschuk sollen bei einem Angriff von Rebellen auf eine Wohnanlage in Mariupol am Wochenende ein Zivilist getötet und drei verletzt worden sein. Auch in Donezk sei geschossen worden, berichtete er bei einer Sitzung des ständigen OSZE-Rates.

Die geplante Ausweitung der OSZE-Mission auf 500 Beobachter begrüßten die Botschafter bei der Ratssitzung. "Wir könnten sogar mehr Beobachter als gefordert entsenden", sagte US-Botschafter Daniel Baer nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Moskaus Botschafter erklärte, auch Russland wolle weitere Beobachter schicken. 60 russische Beobachter, die sich in der Westukraine aufhalten, sollten in östliche Teile des Landes reisen.

Manöver im Schwarzen Meer

Für neue Spannungen sorgt ein gemeinsames Manöver der USA und der Ukraine im Schwarzen Meer. Ziel der dreitägigen Übung "Sea Breeze 2014" sei es, die maritime Sicherheit in einem Krisengebiet zu gewährleisten, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. An der Übung nehmen auch Kanada, Rumänien, Spanien und die Türkei teil. Russland kritisierte die Übung in der Nachbarschaft zur Ostukraine als "völlig unpassend". Die Führung in Moskau verlegte den russischen Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" ins Mittelmeer.

cr/wl (dpa, afp, rtr)